Warum Wale aus dem Wasser springen
Wale springen aus dem Wasser, um Parasiten von ihrer Haut abzustreifen, mit anderen Walen zu kommunizieren oder um ihre Umgebung zu erkunden. Diese Verhaltensweise dient möglicherweise auch der Thermoregulation und dem Energieabbau. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erkläre ich euch, warum Wale springen. Ein Tier von dreißig Tonnen, das sich vollständig aus dem Wasser hebt, in die Luft steigt und dann mit einem Knall wieder eintaucht, der noch zwei Kilometer weit zu hören ist.
Das war 1978, irgendwo im Südatlantik. Ich war mit Marta und Krümel unterwegs. Krümel hatte seinen zu großen Pullover dabei, wie immer, und beschwerte sich, dass er im Seewind immer wie ein Segel wurde.
Dann sahen wir ihn.
Ein Buckelwal – riesig, dunkel, fast schwarz – kam aus der Tiefe und sprang. Einfach so. Komplett. Der ganze Körper in der Luft. Für einen Moment war er kein Meerestier. Für einen Moment war er etwas anderes.
Dann krachte er zurück ins Wasser.
Marta sagte nichts. Krümel sagte: „Warum macht der das?“
Das war die richtige Frage.
Ich flog hinunter, als der Wal wieder auftauchte. Er schnaufte. Er hieß Heinrich.
„Warum sind Sie gesprungen?“, fragte ich.
Heinrich dachte nach. Das dauerte bei Walen immer ein bisschen länger, weil sie gründlich sind.
„Ich weiß nicht genau“, sagte er schließlich.
Das war eine ehrliche Antwort.
Er erklärte mir, was er wusste. Manchmal springt man, weil man Parasiten loswerden will – der Aufprall schüttelt sie ab. Manchmal springt man, um anderen Walen zu zeigen, wo man ist. Manchmal, um zu hören, wie laut der Knall ist, damit man weiß, wie weit der Schall trägt.
„Und heute?“, fragte ich.
Heinrich überlegte wieder.
„Heute war es einfach so ein Tag“, sagte er.
„Was für ein Tag?“
„So ein Tag, an dem man springen muss.“
Marta, die das von oben gehört hatte, nickte langsam. Sie kannte solche Tage.
Krümel fragte: „Aber fühlt sich der Aufprall nicht schlimm an? So ein Tier, so ein Gewicht, das ins Wasser knallt?“
Heinrich sah ihn an.
„Dafür bist du kurz geflogen“, sagte er.
Dann tauchte er ab. Und nach einer Weile sprang er noch einmal. Diesmal etwas höher.
Kinder, manchmal macht man Dinge nicht weil man muss. Sondern weil es so ein Tag ist. Das ist auch ein guter Grund.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
