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Warum Seehunde die Flossen ein- und ausklappen

Seehunde klappen ihre Flossen ein und aus, um ihre Körpertemperatur zu regulieren – durch das Einklappen reduzieren sie die Wärmeverluste an die kalte Umgebung, während das Ausklappen der Wärmevergabe in wärmeren Situationen dient. Zusätzlich nutzen sie diese Bewegungen zur Fortbewegung und Manövrierbarkeit im Wasser. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erkläre ich euch warum Seehunde ihre Hinterflossen zusammenklappen wenn es kalt ist und abspreizen wenn es warm ist.

Das klingt selbstverständlich. Ist es nicht. Es hat zwanzig Jahre gedauert bis die Seehunde das herausgefunden hatten. Und es brauchte einen Seehund der buchstäblich nicht stillhalten konnte.

Er hieß Kaspar.

Kaspar war unruhig. Das war schon immer so. Während alle anderen Seehunde lagen, bewegte sich Kaspar. Nicht weit – er bewegte sich auf der Stelle. Flossen rein, Flossen raus. Rein, raus. Er wusste selbst nicht warum. Es war einfach so.

Die anderen fanden es merkwürdig.

Eines Winters – ein besonders kalter, der Wind kam direkt aus Norden – lagen alle Seehunde auf der Sandbank und froren. Nicht lebensbedrohlich, aber unangenehm. Die Flossen waren das Problem. Die Flossen sind dünn, wenig Fett, viel Oberfläche. Da geht die Wärme raus.

Kaspar lag auch da. Und machte sein übliches: Flossen rein, Flossen raus.

Und dann – nach ungefähr zwanzig Minuten – merkte er: Wenn die Flossen eingeklappt waren, direkt am Körper, war ihm wärmer. Wenn er sie ausstreckte, kälter.

Er klappte sie ein.

Blieben sie drin.

Ihm war warm.

Er schaute sich um. Alle anderen lagen mit ausgestreckten Flossen und schauten leidend. Er sagte nichts. Kaspar war kein Erklärer. Er lag einfach da, warm und zufrieden, mit eingeklappten Flossen.

Die alte Mette – natürlich – sah es als erste. Sie klappte ihre Flossen ein. Ihr war wärmer.

Sie sagte es Signe. Signe sagte es den anderen.

Binnen einer Woche machten es alle. Im Sommer, als die Sonne brannte, probierte ein junger Seehund das Gegenteil – Flossen weit raus, Wärme abgeben. Das funktionierte auch.

Kaspar erfuhr nie, dass er etwas entdeckt hatte. Er machte es einfach weiter, rein, raus, rein, raus – aus Gewohnheit.

Manchmal, Kinder, erfindet man etwas Wichtiges nicht weil man nachdenkt. Sondern weil man einfach nicht stillsitzen kann.

Denkt mal daran wenn jemand sagt ihr sollt ruhig sein.

Gute Nacht.

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