Warum Maulwurfshuegel eigentlich Abfall sind
Maulwurfshügel entstehen als Nebenprodukt beim Graben von Tunneln, wenn der Maulwurf überschüssige Erde an die Oberfläche befördert, die er nicht für den Tunnelbau benötigt. Diese Haufen stellen aus ökologischer Sicht jedoch keinen Abfall dar, sondern locken Insekten an und verbessern die Bodenstruktur, weshalb sie für das Ökosystem sogar wertvoll sind. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erklaere ich euch, dass die beruhmten Maulwurfshuegel auf der Wiese eigentlich nichts anderes sind als Konrads Muell.
Das war im April 2023, und ich sass auf dem Deich und betrachtete die Wiese vor mir. Sieben frische Maulwurfshuegel. Ordentlich verteilt, gleichmaessig rund, noch dunkel von der frischen Erde.
Konrad tauchte gerade bei Huegel Nummer acht auf.
„Konrad“, sagte ich. „Warum baust du die Huegel?“ Konrad sah mich an. Dann sah er auf den Huegel neben ihm. Dann wieder auf mich. „Ich baue sie nicht“, sagte er. „Die entstehen nicht von selbst.“ „Doch“, sagte Konrad. „Fast.“
Er erklaerte mir dann die eigentliche Sache, und es war ueberraschend einfach.
Wenn Konrad grabt, muss die Erde irgendwohin. Er schaufelt sie mit seinen Vorderpfoten nach hinten, dann dreht er sich um und schiebt sie mit den Hinterpfoten in Richtung Ausgang. Dort drueckt er sie nach oben – durch einen senkrechten Schacht – und die Erde faellt oben heraus. Haeuft sich an. Wird ein Huegel.
Der Huegel ist kein Plan. Der Huegel ist das Ergebnis des Plans.
„Er entsteht einfach so“, sagte ich. „Er entsteht, weil ich grabe“, sagte Konrad. „Aber ich baue ihn nicht. Er ist der Abfall.“ „Du schaffst Abfall in Form von Huegeln.“ „Ja.“ „Und die Menschen aergern sich darueber.“ „Das weiss ich“, sagte Konrad. „Ich verstehe es nicht. Der Huegel ist doch rund. Symmetrisch. Eigentlich schoen.“
Das fand ich eine bemerkenswerte Perspektive.
Marta sagte: „Wir hinterlassen auch manchmal Spuren, die andere nicht moegen.“ Alle sahen kurz zu Fiete. Fiete sah zur Seite. „Das war einmal“, sagte Fiete. „Auf dem weissen Auto.“ „Dreimal“, sagte Marta. „Dasselbe Auto“, sagte Fiete. „Das macht es nicht besser“, sagte ich.
Konrad hatte die Diskussion nicht verfolgt. Er war bereits wieder drin und grub. Huegel Nummer neun begann sich zu formen.
Kruemel fragte: „Opa Kurt, koennte man die Huegel fuer etwas nutzen?“ Ich dachte nach. „Gaertner mischen die Erde manchmal in ihre Beete“, sagte ich. „Maulwurfserde ist sehr fein und naehrstoffreich.“ Kruemel nickte. „Also ist Konrads Abfall eigentlich ein Geschenk.“ „Fuer manche“, sagte ich. „Fuer andere ist er ein Aergernis.“ „Das ist bei vielen Dingen so“, sagte Kruemel.
Das fand ich fuer Kruemel erstaunlich weise.
Jedenfalls, Kinder: Wenn ihr einen Maulwurfshuegel seht, dann wisst ihr jetzt: Da unten hat jemand gearbeitet. Hart gearbeitet. Der Huegel ist der Beweis dafuer – nicht das Ziel, sondern das Nebenprodukt.
Manchmal sind die schoensten Dinge die, die nebenbei entstehen.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
