Warum Maulwuerfe so unglaublich schnell graben
Maulwürfe graben so schnell, weil ihre Vordergliedmaßen stark muskulös sind und spatenförmige Pfoten mit großen Krallen haben, die optimal zum Lockern und Verschieben von Erde ausgebildet sind. Ihr stromlinienförmiger Körperbau und ihre kräftige Rumpfmuskulatur ermöglichen zudem effiziente grabende Bewegungsabläufe, die es ihnen erlauben, bis zu 6 Meter Tunnel pro Stunde auszuheben. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum Maulwuerfe so schnell graben, dass man fast nicht glauben kann, dass das wirklich passiert.
Das war im April 2021, ein frischer Fruhlingstag, und ich sass auf dem Deich und beobachtete Konrad bei der Arbeit.
Konrad grub. Das war nichts Neues. Aber an jenem Tag grub er in meiner direkten Sichtlinie, und ich konnte verfolgen, wie schnell die Erde sich bewegte.
Der Hugel wuchs. Dann wuchs er weiter. Dann noch weiter. In einer Minute war er deutlich groesser als vorher. In zehn Minuten war Konrad – so schaetzte ich – locker drei bis vier Meter weitergekommen.
Als er kurz auftauchte um Luft zu schnappen, fragte ich: „Konrad. Wie machst du das so schnell?“ Konrad pustete kurz. „Die Pfoten“, sagte er. „Was ist mit den Pfoten?“
Er streckte mir eine entgegen. Ich sah sie genau an. Sie war – bemerkenswert. Breit wie eine kleine Schaufel. Nach aussen gedreht, nicht nach vorn wie bei den meisten Tieren. Die Finger kurz, kraeftig, mit starken Krallen. Und dann – und das fiel mir erst jetzt auf – schien da noch etwas zu sein, ein zusaetzliches kleines Knoechelchen an der Innenseite.
„Was ist das?“, fragte ich und zeigte darauf. „Mein sechster Finger“, sagte Konrad. „Du hast sechs Finger?“ „Eigentlich nicht“, sagte Konrad. „Es ist ein Knochen, der wie ein sechster Finger wirkt. Kein anderes Saeugetier hat das. Es verbreitert die Pfote. Mehr Flaeche. Mehr Schub.“
Das war aussergewoehnlich. Die Evolution hatte Konrad eine Pfote gebaut, die kein anderes Saeugetier auf der Welt hat. Speziell fuer diesen einen Zweck: graben.
„Und die Drehung nach aussen?“, fragte ich. „Damit ich vorn schaufeln und hinten wegdruecken kann“, sagte Konrad. „Beides gleichzeitig. Wie Schwimmen, aber durch Erde.“
Frieda, die zugehoert hatte, sagte: „Das ist konvergente Evolution. Die Loesung ist so gut, dass die Natur sie immer wieder erfindet. Maulwurf, Maulwurfsgrille, Entenmuschel – alle graben mit aehnlicher Mechanik.“ „Danke, Frieda“, sagte ich. „Gern“, sagte Frieda.
Fiete sagte: „Ich kann auch graben.“ Alle sahen ihn an. „Im Sand“, sagte Fiete. „Mit dem Schnabel.“ „Das ist etwas anderes“, sagte ich. „Ich komme auch schnell voran“, sagte Fiete. „Fiete“, sagte ich, „Konrad schafft zwanzig Meter pro Stunde.“ Fiete schwieg.
Konrad war bereits wieder verschwunden. Der Erdhugel war nochmal gewachsen.
Jedenfalls, Kinder: Konrad hat die perfekte Hand fuer seine Arbeit. Nicht trotz seiner Andersartigkeit – sondern wegen ihr. Die nach aussen gedrehten Pfoten, der sechste Knochen, die kurzen starken Finger – das ist kein Fehler der Natur.
Das ist Meisterwerk.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
