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Warum Maulwuerfe sich im Dunkeln so gut orientieren

Maulwürfe orientieren sich im Dunkeln primär durch ihren hochentwickelten Tastsinn, insbesondere über empfindliche Tasthaare (Vibrissen) an ihrer Schnauze und ihrem Körper, die Vibrationen und Berührungen wahrnehmen. Zusätzlich nutzen sie ein ausgeprägtes akustisches System und können Ultraschalllaute produzieren, ähnlich wie Fledermäuse, um ihre unterirdische Umgebung durch Echolokation zu erfassen. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erklaere ich euch, wie Konrad durch sein Tunnelsystem flitzt – im vollstaendigen Dunkeln, ohne einen einzigen Lichtstrahl – und dabei nie gegen eine Wand laeuft.

Das war im August 2023, und ich hatte Konrad gebeten, mir das einmal zu erklaeren, weil es mich schon lange beschaeftigte.

Konrad tauchte auf, hoerte meine Frage, und sagte: „Komm mit.“ Das war das erste Mal, dass er mich einlud, ihm wirklich zu folgen. Natuerlich konnte ich nicht in den Tunnel – ich bin eine Moewe, keine Maus – aber Konrad beschrieb mir, was er tut, waehrend er es tat, und ich folgte oben, an den Erdbewegungen erkennend, wo er war.

„Ich biege jetzt links ab“, rief er aus der Tiefe. Ich sah, wie die Erde links von mir leicht bebte. Er bog links ab. „Jetzt gerade. Dann rechts. Dann runter.“ Alles stimmte. Er kannte jeden Zentimeter.

Als er wieder auftauchte, fragte ich: „Wie weisst du, wo du bist?“ Konrad ueberlegte, wie er es erklaeren sollte.

„Ich kenne es“, sagte er schliesslich. „Jeder Tunnel fuehlt sich anders an. Die Breite. Die Biegung. Wie der Boden riecht. Wie die Luft zieht.“ „Du riechst, wo du bist?“ „Ja. Jeder Abschnitt riecht anders. Die Vorratskammer riecht nach Wuermern. Der Schlafgang riecht nach mir. Der neue Ostgang riecht nach frischer Erde.“ „Und wenn du verwirrt bist?“ „Ich bin nie verwirrt“, sagte Konrad. Dann ueberlegte er kurz. „Fast nie.“

Er erklaerte mir weiter: Seine Schnauze ist gespickt mit Tastrezeptoren – winzige Haerchen und Nervenenden, die feinste Beruehrungen und Luftbewegungen wahrnehmen. Wenn er durch einen Tunnel laeuft, spuert er die Wandnaehe, ohne sie zu beruehren. Er spuert, wenn die Luft vor ihm sich staut, weil eine Biegung kommt. Er spuert den Zug, wenn ein Gang oben liegt und Luft anders zieht.

„Du siehst mit der Nase“, sagte ich. „Und mit der Haut“, sagte Konrad. „Und mit den Pfoten. Und mit dem Gedaechtnis.“

Frieda, die zugehoert hatte, sagte: „Das nennt man multimodale Raumkognition. Er hat eine innere Karte, die er staendig mit Sinnesinformationen abgleicht.“ „Danke, Frieda“, sagte ich. „Das Bemerkenswerte“, fuhr Frieda fort, „ist dass diese Karte praeziser ist als das, was die meisten Tiere mit Augen leisten.“

Konrad hoerte das und nickte einmal kurz. Mit der Bescheidenheit eines Tieres, das nicht braucht, dass andere es bestaetigen – aber es trotzdem gerne hoert.

Kruemel fragte: „Opa Kurt, koennte ich das auch lernen – mit geschlossenen Augen navigieren?“ „Vielleicht“, sagte ich. „Fang mit deinem Zimmer an.“ „Ich laufe immer gegen das Bett“, sagte Kruemel. „Dann“, sagte ich, „fang mit dem Bett an.“

Jedenfalls, Kinder: Konrad braucht kein Licht. Er hat etwas Besseres: ein vollstaendiges Bild seines Zuhauses, aufgebaut aus tausend kleinen Informationen, die er jeden Tag neu sammelt.

Das ist Orientierung ohne Augen. Und sie funktioniert perfekt.

Gute Nacht.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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