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Warum Maulwuerfe alle paar Stunden fressen muessen

Maulwürfe haben einen extrem hohen Stoffwechsel und verlieren aufgrund ihrer fehlenden Wärmeisolation schnell Körperwärme, weshalb sie kontinuierlich Energie benötigen. Sie müssen daher etwa alle 4-6 Stunden fressen, um ihren Energiebedarf von bis zu 80% ihres Körpergewichts täglich zu decken und nicht zu verhungern. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum ein Maulwurf niemals schlafen kann, ohne vorher gegessen zu haben – und warum das sein Leben bestimmt wie kaum etwas anderes.

Das war im Januar 2022, ein kalter Wintermorgen, und ich traf Konrad in einem Zustand, den ich selten bei ihm gesehen hatte: Eile.

Er tauchte auf, schnueffelte kurz, tauchte wieder ab, tauchte woanders auf, schnueffelte, ab, auf, ab. Kein Gespraech. Keine Begruessung. Pure Bewegung.

„Konrad“, rief ich. „Was ist los?“ „Hunger“, rief Konrad, ohne anzuhalten. „Wann hast du zuletzt gegessen?“ „Vor vier Stunden.“ „Das ist nicht lang.“ Konrad hielt kurz inne. Sah mich an. „Fuer mich ist das lang“, sagte er. Und war wieder weg.

Spaeter, als er eine Handvoll Wuermer gefunden und verspeist hatte und kurz Pause machte, erklaerte er mir, was ich euch jetzt erklaere.

Das Herz eines Maulwurfs schlaegt bis zu 190 Mal pro Minute. Sein Koerper arbeitet ununterbrochen, auch wenn er schlaeft. Er produziert staendig Waerme, baut staendig Muskeln auf, grabt staendig Tunnel. Das alles kostet Energie. Enorme Energie. So viel, dass Konrad taeglich fast sein eigenes Koerpergewicht an Wuermern fressen muss.

„Jeden Tag?“, fragte ich. „Jeden Tag“, sagte Konrad. „Und wenn du nichts findest?“ „Dann“, sagte Konrad, „stirbt man. Innerhalb von Stunden.“

Das war ein sehr ernster Satz. Ich liess ihn einen Moment stehen.

„Deshalb die Vorratskammer“, sagte ich. „Deshalb die Vorratskammer“, bestaettigte Konrad.

Fiete, der zugehoert hatte, sagte: „Ich hab auch immer Hunger.“ „Fiete“, sagte ich, „du stirbst nicht nach vier Stunden.“ „Fuehlt sich manchmal so an“, sagte Fiete. Ich liess es stehen.

Marta sagte: „Das erklaert, warum Maulwuerfe nie gemuetlich wirken.“ „Ich bin gemuetlich“, sagte Konrad. „Wenn ich gegessen habe.“ „Wie lange haelt das an?“, fragte ich. „Etwa vier Stunden“, sagte Konrad. „Dann wieder Hunger.“ „Das ist ein kurzes Fenster.“ „Ja“, sagte Konrad. „Ich nutze es zum Schlafen.“

Kruemel fragte leise: „Opa Kurt, ist das ein gutes Leben?“ Ich sah Konrad an. Konrad ueberlegte. „Es ist mein Leben“, sagte er schliesslich. „Ich kenne kein anderes. Und ich bin gut darin.“

Das, fand ich, war eine sehr wuerdevolle Antwort.

Jedenfalls, Kinder: Konrad macht nie Pause. Er kann es nicht. Sein Koerper erlaubt es nicht. Aber er klagt nicht darueber. Er grabt, frisst, schlaeft vier Stunden, grabt weiter. Jeden Tag. Jeden Winter. Jeden Sommer.

Das ist Konrads Leben. Und er ist sehr gut darin.

Gute Nacht.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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