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Warum Katzen tote Tiere nach Hause bringen

Katzen bringen tote oder gefangene Tiere nach Hause, um ihre Beute zu sichern oder um ihre Besitzer – die sie als Gruppenmitglieder betrachten – zu versorgen, da dies ein angeborenes Verhalten aus ihrer Jagdpraxis ist. Dieses Verhalten ist evolutionär bedingt und dient sowohl der Nahrungssicherung als auch der sozialen Bindung innerhalb ihres Territoriums. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum Katzen manchmal Maeuse, Voegel oder andere Dinge nach Hause bringen – und sie dann stolz vor eure Fuesse legen.

Das war im August 2011, und ich sass auf dem Gartenzaun meiner Bekannten Hildegard – einer aelteren Dame mit sehr gutem Gespuer fuer Moewen, die regelmaessig Brot draussen liess – als ihre Katze Trude durch die Katzenklappe kam.

Trude war eine graue Europaeisch Kurzhaar, mittelgross, mit dem Gesicht einer Katze, die sehr genau weiss, was sie tut. Und was Trude gerade tat, war Folgendes: Sie trug eine Maus. Legte sie auf die Fussmatte. Und sah dann Hildegard an.

Hildegard machte ein Geraeusch, das ich lieber nicht beschreibe. Trude sah weiterhin stolz aus.

Ich flog schnell vom Zaun aufs Fensterbrett. „Trude. Was soll das?“ Trude sah mich kurz an. „Ich habe gejagt“, sagte sie. „Das sehe ich. Warum bringst du es rein?“

Trude blinzelte. Als waere das die merkwuerdigste Frage, die sie je gehoert hatte.

„Hildegard kann nicht jagen“, sagte Trude. Ich schwieg einen Moment. „Wie bitte?“ „Hildegard“, sagte Trude geduldig, „ist langsam. Sie riecht nicht gut. Ihre Augen sind schwach. Sie wuerde nie eine Maus fangen. Ich bringe ihr, was sie braucht.“

Ich liess das sacken. „Du… versorgst Hildegard?“ „Ich versuche es“, sagte Trude. „Sie nimmt es nicht immer an.“ Das war eine sehr diplomatische Umschreibung dessen, was gerade passiert war.

Trude erklaerte mir dann die ganze Sache: Katzen, die Beute nach Hause bringen, folgen einem tiefen Instinkt. In der Wildnis bringen Katzenmutter ihren Jungen Beute, um ihnen das Jagen beizubringen. Erst totes Tier, dann lebendes, dann: selbst jagen. Es ist Unterricht. Es ist Fuersorge. Es ist: Ich zeige dir, wie die Welt funktioniert.

„Und Hildegard ist fuer dich wie…?“ „Wie ein grosses, sehr unfaehiges Junges“, sagte Trude. „Aber ich gebe nicht auf.“

Marta, die auf dem Nachbarzaun gelandet war, sagte: „Das ist eigentlich ruehrend.“ „Ja“, sagte ich. „Fuer Hildegard weniger.“ „Nein“, gab ich zu.

Hildegard hatte inzwischen die Maus mit einem Besen entfernt und Trude einen langen, schwierigen Blick zugeworfen. Trude sass auf der Fussmatte und sah vollkommen ungeruehrt aus. Sie hatte ihren Teil getan.

Jedenfalls, Kinder: Wenn eure Katze euch etwas bringt – eine Maus, einen Vogel, manchmal auch ein Blatt oder einen Socken – dann sagt sie damit: Ich sorge fuer dich. Ich bring dir was. Du bist meine Familie, und ich will, dass du satt wirst.

Dass ihr das vielleicht anders seht, das versteht sie nicht. Aber die Absicht war gut.

Gute Nacht.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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