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Warum Katzen sich bestimmte Menschen aussuchen

Katzen wählen sich Menschen aus, die ihnen Aufmerksamkeit nach ihren eigenen Bedingungen geben und respektieren, wenn sie Ruhe möchten – sie bevorzugen also weniger aufdringliche Personen. Zusätzlich spielen Faktoren wie Stimmlage, Bewegungsmuster und die Bereitschaft, das Tier zu füttern, eine Rolle bei dieser Wahl. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum Katzen immer zu genau der Person gehen, die keine Katzen mag.

Das war im Mai 2015, und ich war Zeuge eines Vorgangs, der die Frage sehr schoen illustrierte.

Zu Besuch bei meiner Bekannten Hildegard – die mit der Katze Trude – war an jenem Abend auch Hildegards Bruder Werner. Werner mochte keine Katzen. Das sagte er gleich beim Hereinkommen. Ich mag keine Katzen, sagte Werner. Ich bin allergisch. Und ich mag sie einfach nicht.

Trude sass auf dem Sessel und hoerte zu.

Dann stand Trude auf, ging zu Werner, und legte sich auf seinen Schoss. Werner sass sehr still.

Ich beobachtete das vom Fensterbrett aus und flog anschliessend zu Trude, als Werner kurz in die Kueche ging.

„Trude. Warum Werner?“ Trude blinzelte. „Er ist ruhig.“ „Er sitzt still weil er keine Katzen mag.“ „Er sitzt still“, sagte Trude. „Das ist das Entscheidende.“

Und das war der Kern der Sache. Katzen waehlen Menschen nicht nach Sympathie. Sie waehlen nach Signalen. Menschen, die Katzen moegen, tun oft das Falsche: Sie starren die Katze an. Sie greifen schnell zu. Sie rufen ihren Namen. Sie kommen naeher.

Fuer eine Katze sind das alles Signale, die Unbehagen ausloesen: Direkter Blick bedeutet Konfrontation. Schnelle Bewegungen bedeuten Gefahr. Zu viel Aufmerksamkeit bedeutet Druck.

Werner hingegen sass da und ignorierte Trude vollstaendig. Kein Blick. Keine Bewegung. Keine Erwartung. Fuer Trude war das die perfekte Einladung.

„Er hat mich nicht angestarrt“, sagte Trude. „Er hat nicht nach mir gegriffen. Er war einfach da.“ „Und das gefaellt dir.“ „Das ist angenehm“, sagte Trude. „Kein Druck.“

Kruemel, der 2023 inzwischen fast so alt war wie Fiete und neben mir sass, fragte: „Opa Kurt, heisst das, ich soll Katzen ignorieren, wenn ich will, dass sie zu mir kommen?“ „Schau weg“, sagte ich. „Warte. Lass ihnen Zeit.“ „Und wenn sie trotzdem nicht kommen?“ „Dann kommen sie nicht“, sagte ich. „Katzen entscheiden selbst.“ „Immer?“ „Immer“, sagte Trude, die das gehoert hatte.

Werner kam zurueck ins Zimmer. Sah Trude auf seinem Platz. Seufzte. Setzte sich trotzdem – und Trude lag sofort auf seinem Schoss. Trude schnurrte.

Am Ende des Abends kraulte Werner Trude hinter den Ohren. Er wollte es selbst nicht zugeben. Aber er tat es. Trude sah aus, als haette sie das gewusst.

Jedenfalls, Kinder: Wenn eine Katze zu euch kommt – dann habt ihr etwas richtig gemacht. Auch wenn ihr nicht wisst, was. Vielleicht wart ihr einfach ruhig. Vielleicht habt ihr weggeschaut. Vielleicht wart ihr einfach da.

Manchmal reicht das.

Gute Nacht.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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