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Warum Katzen schnurren

Katzen schnurren hauptsächlich zur Kommunikation von Wohlbefinden und Entspannung, wobei das Schnurren durch Vibrationen der Stimmlippen erzeugt wird. Dies dient auch der sozialen Bindung zu anderen Katzen und Menschen sowie möglicherweise der Selbstheilung durch die Vibrationsmuster. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum Katzen schnurren – und dass das nicht immer bedeutet, was ihr denkt.

Das war im April 2006, und ich sass auf dem Fensterbrett eines Cafes in der Naehe des Alten Hafens, als mir die Katze drinnen auffiel. Sie lag auf einem Sessel, rollte sich langsam zusammen, und fing an zu schnurren. Laut, gleichmaessig, wie ein kleiner Motor.

Die Katze hiess Rosalie. Das wusste ich, weil die Cafe-Besitzerin sie manchmal beim Namen rief, wenn Rosalie auf der Theke sass, was sie oefter tat als erlaubt war.

Rosalie schnurrte. Das war schoen. Ich dachte: Die ist gluecklich.

Dann fiel mir auf, dass Rosalie gerade zum Tierarzt gebracht worden war – ich hatte das morgens gesehen, die Transportbox, Rosalies Gesicht darin – und danach wieder ins Cafe zurueckgekehrt war. Und jetzt schnurrte sie.

Ich klopfte vorsichtig ans Fenster. Rosalie oeffnete ein Auge.

„Rosalie“, sagte ich. „Wie war der Tierarzt?“ „Unangenehm“, sagte sie. „Und trotzdem schnurrst du.“ „Ja.“ „Ich dachte, Schnurren bedeutet gluecklich sein.“

Rosalie sah mich an mit dem Ausdruck einer Katze, die gerade entscheidet, ob sie eine Erklaerung fuer wuerdig haelt. Sie entschied: ja.

„Schnurren bedeutet nicht gluecklich“, sagte sie. „Schnurren bedeutet – reguliert.“

Das war ein Wort, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Rosalie erklaerte weiter. Katzen schnurren, wenn sie entspannt und zufrieden sind, ja. Aber sie schnurren auch, wenn sie Schmerzen haben. Wenn sie Stress haben. Wenn sie krank sind. Wenn sie sich selbst beruhigen muessen.

Das Schnurren, so Rosalie, ist keine Mitteilung an andere. Es ist ein Werkzeug fuer sich selbst. Die Frequenz des Schnurrens – zwischen 25 und 150 Schwingungen pro Sekunde – soll sogar die Heilung foerdern. Knochen. Muskeln. Wunden.

„Du schnurrst dich gesund?“, fragte ich. „Ich helfe meinem Koerper“, sagte Rosalie. „Das ist nicht dasselbe.“

Frieda, die irgendwo hinter mir aufgetaucht war, sagte: „Das ist wie Meditation.“ „Katzen meditieren nicht“, sagte ich. „Doch“, sagte Frieda. „Sie nennen es nur anders.“

Rosalie schloss das Auge wieder. Das Schnurren ging weiter, gleichmaessig und ruhig, wie Wellen, die immer in derselben Groesse ans Ufer kommen.

Kruemel, der seit 2021 bei uns war und auf meiner anderen Schulter sass, fluesterte: „Opa Kurt, kann ich auch schnurren lernen?“ „Nein“, sagte ich. „Schade“, sagte Kruemel. „Das klingt praktisch.“

Das fand ich auch. Ein eingebautes Werkzeug, das einen beruhigt und gleichzeitig heilt. Immer dabei. Kostet nichts. Braucht keinen Strom.

Wenn Menschen das koennten, Kinder, wuerde die Welt wahrscheinlich etwas ruhiger sein.

Gute Nacht.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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