Warum Katzen mit den Zaehnen klappern bei Voegeln
Katzen klappern mit den Zähnen beim Anblick von Vögeln aufgrund eines angeborenen Jagdtriebs, wobei das Verhalten möglicherweise eine Kombination aus Erregung, Frustration über die unerreichbare Beute und unbewussten Kaubewegungen darstellt. Die genaue neurologische Ursache ist wissenschaftlich nicht vollständig geklärt, könnte aber auch eine Jagdsimulation oder eine Reaktion auf die Unfähigkeit sein, das Tier zu greifen. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erklaere ich euch ein Geraeusch, das Katzen manchmal machen – ein seltsames Klappern mit den Zaehnen – und zwar immer dann, wenn sie einen Vogel sehen, den sie nicht erreichen koennen.
Das war im Maerz 2020, und ich muss gestehen: Ich war selbst der Ausloser.
Ich sass auf dem Ast einer Esche vor einem Wohnungsfenster im zweiten Stock. Hinter dem Glas sass eine Katze. Eine grosse, graue Katze mit dem Namen Graubart. Graubart sah mich an. Ich sah Graubart an. Wir betrachteten uns eine Weile.
Dann begann Graubart zu klappern. Wirklich. Die Kiefer bewegten sich schnell, ein leises Rattern, fast wie ein kleines Maschinengewehr. Die Augen blieben auf mich gerichtet.
Ich war sehr neugierig. Und, ehrlich gesagt, einen kleinen Moment auch etwas beunruhigt.
Ich flog naeher ans Fenster. „Graubart. Was machst du da?“ Graubart hoerte kurz auf. „Ich jage dich.“ „Das Fenster ist zu“, sagte ich. „Das weiss ich“, sagte Graubart.
Ich wartete auf mehr. Es kam, nach einer Pause.
Graubart erklaerte mir, dass das Klappern, das sogenannte Chittern, passiert, wenn der Jagdinstinkt voll aktiv ist – aber die Jagd unmoeglich ist. Das Gehirn schickt das Signal: Beisszugriff vorbereiten. Der Kiefer macht den Bewegungsablauf – dieses schnelle, zitternde Schliessen – der beim echten Biss in den Nacken einer Beute entsteht.
Aber die Beute ist hinter Glas. Oder auf einem Ast. Oder fliegt weg.
Also klappert der Kiefer ins Leere.
„Das ist Frustration?“, fragte ich. „Das ist vorbereitet sein“, sagte Graubart. „Der Koerper uebt. Fuer den Fall.“
Marta, die hinter mir auf einem hoeheren Ast sass, hatte alles gehoert. „Kurt“, sagte sie leise, „fliegen wir.“ „Gleich“, sagte ich. „Sofort“, sagte Marta.
Ich flog noch nicht. Ich fragte Graubart: „Und wenn du das Fenster oeffnest? Wuerdest du dann wirklich…?“ Graubart sah mich an. Sehr direkt. „Ja.“ „Ehrliche Antwort“, sagte ich. „Ich bin eine ehrliche Katze“, sagte Graubart.
Jetzt flog ich.
Wisst ihr, Kinder? Das Klappern ist kein Zeichen von Schwaeche. Es ist ein Zeichen von Ernsthaftigkeit. Die Katze sagt damit: Ich sehe dich. Ich waere bereit. Wenn da kein Glas waere. Der Instinkt ist so lebendig, dass der Koerper ihn schon ausfuehrt, bevor die Wirklichkeit Einspruch einlegt.
Das finde ich, aus sicherer Entfernung, bemerkenswert.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
