Warum Katzen langsam blinzeln
Langsames Blinzeln bei Katzen ist ein Zeichen von Entspannung und Zuneigung, bei dem die Katze ihre Augen nur teilweise oder kurz schliesst – dies signalisiert dem Gegenüber, dass sie sich sicher und vertraut fühlt. Wissenschaftler vermuten, dass dieses Verhalten eine Form der nonverbalen Kommunikation ist, mit der Katzen positive Emotionen ausdrücken und soziale Bindungen stärken. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum Katzen manchmal ganz langsam blinzeln – und was das bedeutet.
Das war im Februar 2019, und ich sass auf dem Fensterbrett eines Wohnzimmers, das Fenster stand einen Spalt auf, und die Katze drinnen – eine getigerte Katze namens Theodor – sass mir gegenueber auf dem Tisch und beobachtete mich.
Ich beobachtete ihn zurueck. Das machte ich manchmal, wenn ich nichts Besseres zu tun hatte.
Wir sassen uns so eine Weile gegenueber. Dann blinzelte Theodor. Aber nicht schnell, wie man blinzelt, wenn man einen Staubkorn im Auge hat. Langsam. Die Lider senkten sich, blieben einen Moment unten, dann oeffneten sie sich wieder. Ruhig. Gemessen.
Ich wusste nicht, was das war. Ich blinzelte zurueck – schnell, wie Moewen blinzeln. Theodor sah mich an. Dann blinzelte er nochmal. Langsam.
„Was machst du da?“, fragte ich. „Ich laechle dich an“, sagte Theodor.
Das hatte ich nicht erwartet. Katzen laecheln? Mit den Augen?
Theodor erklaerte mir, was ich euch jetzt erklaere: Fuer eine Katze ist dauerhafter, starrer Augenkontakt eine Drohung. Das macht man, wenn man kaempfen will. Wenn man einschuechtern will. Wenn man sagt: Ich hab dich im Blick und ich trau dir nicht.
Das langsame Blinzeln ist das Gegenteil. Es sagt: Ich schaue weg. Kurz. Freiwillig. Das bedeutet: Ich vertraue dir. Ich muss dich nicht die ganze Zeit im Auge behalten. Du bist keine Bedrohung. Du bist gut.
„Das ist euer Kuss“, sagte ich. „So aehnlich“, sagte Theodor. „Und wenn ich zurueckblinzle?“ „Dann sagst du dasselbe“, sagte Theodor.
Ich versuchte es. Langsam. Lider runter, kurz warten, Lider rauf. Theodor sah mich an. Dann blinzelte er zurueck.
Marta, die irgendwo hinter mir aufgetaucht war, fragte: „Kurt, was machst du da?“ „Ich blinzle eine Katze an“, sagte ich. „Warum?“ „Das ist Freundschaft“, sagte ich.
Marta sah Theodor an. Theodor sah Marta an. Marta blinzelte, aber schnell und etwas misstrauisch. Theodor blinzelte zurueck – langsam, mit grosser Geduld. Marta sagte: „Die Katze ist seltsam.“ „Nein“, sagte ich. „Die Katze ist hoeflich.“
Kruemel, der 2022 zur Bande gestossen war und das alles mitgehoert hatte, probierte es sofort aus. Er blinzelte Theodor an. Langsam, mit grosser Ernsthaftigkeit. Theodor blinzelte zurueck.
Kruemel strahlte. „Opa Kurt! Er mag mich!“ „Ja“, sagte ich. „Jetzt schon.“
Jedenfalls, Kinder: Wenn eine Katze euch langsam anschaut und dann ganz langsam blinzelt – dann sagt sie gerade das Netteste, was eine Katze sagen kann. Blinzelt zurueck. Langsam. Sie wird es verstehen.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
