Warum Katzen Kopfstoesse geben
Katzen geben Kopfstöße (Bunting) zur Markierung ihres Territoriums, da sie dabei Duftstoffe aus Drüsen an Kopf und Wangen absondern. Dies ist auch ein Zeichen von Zuneigung und dient der sozialen Bindung zu Menschen oder anderen Katzen. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erklaere ich euch den Kopfstoss der Katze – das ist, wenn eine Katze ganz gezielt mit der Stirn gegen euer Gesicht, eure Hand oder euer Knie stoesst. Fest. Absichtlich. Und dann noch mal.
Das war im Januar 2024, und ich sass auf dem Sofa – ich war durch das Wintergartenfenster reingekommen, der Wind draussen war unangenehm – als die Katze des Hauses etwas mit mir tat, das ich nicht vergessen werde.
Die Katze hiess Barnabas. Ein grosser, grauer Kater, wuerdevoll wie ein alter Kapitaen. Barnabas kam langsam auf mich zu, blieb stehen, sah mich eine Weile an.
Dann stiess er mir mit der Stirn gegen die Brust. Einmal. Deutlich. Ich sass sehr still. Barnabas richtete sich auf, stiess nochmal. Dann drehte er sich um und legte sich neben mich.
Ich raeusperte mich. „Barnabas. Was war das?“ „Bunting“, sagte Barnabas. „Was?“ „Das nennt man Bunting“, sagte Barnabas. „Kopfstoss. Das Staerkste, was ich sagen kann.“
Er erklaerte mir dann die ganze Geschichte, und ich hoerte sehr aufmerksam zu, weil ich das Gefuehl hatte, dass das wichtig war.
Bunting ist nicht dasselbe wie das Reiben der Wange. Das Reiben sagt: Du gehoerst zu mir, ich markiere dich. Der Kopfstoss sagt etwas anderes. Der Kopfstoss sagt: Ich sehe dich. Ich komme zu dir. Ich zeige dir meine Stirn – das Verletzlichste, was ich habe – und ich druecke sie gegen dich. Das ist Vertrauen. Das ist Zuneigung. Das ist, in der Sprache der Katze, etwas wie: Du bist mir wichtig.
„Katzen machen das nur mit Wesen, die ihnen wirklich etwas bedeuten“, sagte Barnabas. „Mit anderen Katzen. Mit Menschen. Manchmal mit Moewen.“ „Mit Moewen“, sagte ich. „Ja“, sagte Barnabas.
Ich schwieg eine Weile. Dann fragte ich: „Und warum ich?“ Barnabas sah mich an. Lange. Mit dem ruhigen Blick eines alten Katers, der viel gesehen hat und wenig sagt.
„Du sitzt seit einer halben Stunde still auf meinem Sofa“, sagte er schliesslich. „Du hast nichts angefasst. Du hast mich nicht angestarrt. Du hast mich in Ruhe gelassen.“ „Das ist alles?“ „Das ist alles“, sagte Barnabas. „Das ist auch genug.“
Kruemel, der 2024 schon fast so weise war wie Fiete und irgendwo hinter mir auf der Stuhllehne sass, fluesterte: „Opa Kurt. Hat dich die Katze gerade lieb?“ Ich dachte nach. Dann sagte ich: „Ich glaube, ja.“ Kruemel strahlte.
Und ich sass noch eine lange Weile auf dem Sofa neben Barnabas, und draussen pfiff der Wind, und drinnen war es sehr ruhig und sehr warm.
Jedenfalls, Kinder: Wenn eine Katze euch mit der Stirn anstosst – haltet still. Stosst zurueck, ganz sanft. Und wisst: Das war gerade das Groesste, was eine Katze sagen kann.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
