Warum Katzen Koepfchen geben und sich reiben
Katzen reiben ihren Kopf und ihren Körper an Menschen oder Objekten, um Duftstoffe aus ihren Gesichtsdrüsen abzusondern und diese als Markierungen zu hinterlassen – dies signalisiert Vertrautheit und Besitztum. Dieses Verhalten, das sogenannte Bunting, dient der Katze auch zur Kommunikation und zum Aufbau von sozialen Bindungen. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum Katzen mit dem Kopf gegen Menschen, Moebel und manchmal auch gegen Moewen stossen.
Das war im April 2022, und es war das erste Mal, dass mir das direkt passierte.
Ich sass auf dem Fensterbrett des alten Hafenmeisterbueros – das Fenster stand offen, wie immer – als die Katze des Bueros, eine roetlich-braune Katze namens Ingrid, auf mich zukam. Gemeaechlich. Ohne Eile. Mit dem Gesicht einer Katze, die einen Plan hat.
Ich wurde etwas nervoes. Katzen und Moewen haben ein kompliziertes Verhaeltnis.
Aber Ingrid biss nicht. Ingrid stiess mir den Kopf gegen die Brust. Einmal. Fest. Und rieb dann die Wange an meiner Seite entlang.
Ich sass sehr still.
„Ingrid“, sagte ich nach einer Weile. „Was war das?“ Ingrid trat einen Schritt zurueck und sah mich an. „Das war eine Markierung.“ „Du hast mich markiert.“ „Ja.“ „Ich bin eine Moewe.“ „Das weiss ich“, sagte Ingrid. „Trotzdem.“
Sie erklaerte mir dann, was dahintersteckt. An Stirn, Wangen, Kinn und an den Seiten des Kopfes haben Katzen Duftdruesen. Wenn sie mit diesen Stellen gegen etwas reiben, hinterlassen sie einen Duft – unsichtbar fuer Menschen, aber fuer Katzen sehr deutlich lesbar. Es bedeutet: Das ist meins. Das kenne ich. Das ist sicher. Das ist Teil von mir.
„Und ich bin jetzt Teil von dir?“, fragte ich. „Du bist jetzt markiert“, sagte Ingrid. „Das ist aehnlich.“
Kruemel, der 2022 dabei war und das aus sicherer Entfernung beobachtet hatte, fragte: „Opa Kurt, magst du das?“ Ich dachte nach. Es war seltsam gewesen. Aber es war auch… freundlich. Auf eine Katzen-Art. „Ja“, sagte ich. „Ich glaube schon.“
Marta hatte das Ganze ebenfalls beobachtet und sagte: „Kurt. Eine Katze hat dich adoptiert.“ „Sie hat mich markiert“, sagte ich. „Das ist etwas anderes.“ „Ist es das?“
Ingrid lag inzwischen auf dem Fensterbrett neben mir. Sehr entspannt. Als waere das normal. Vielleicht war es das.
Jedenfalls, Kinder: Wenn eine Katze euch den Kopf gegen das Bein drueckt, oder die Wange an eurer Hand reibt – dann seid ihr gerade in ihre Welt aufgenommen worden. Ihr seid Teil ihres Reviers. Ihr gehoert dazu.
Das ist das Groesste, was eine Katze vergeben kann.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
