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Warum Katzen kneten

Katzen kneten mit ihren Pfoten, um eine entspannende Massage-Bewegung auszuführen, die aus ihrer Kindheit stammt – diese Bewegung stimulierte beim Trinken von der Mutter die Milchproduktion. Im Erwachsenenalter kneten Katzen aus Wohlbefinden, Entspannung und als Zeichen von Zuneigung gegenüber ihren Bezugspersonen oder vertrauten Objekten. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum Katzen mit den Pfoten kneten – auf Decken, auf Sofas, manchmal auch auf Menschen.

Das war im Maerz 2008, und ich sass auf dem Balkongelaender einer Wohnung im dritten Stock, als die Katze drinnen etwas tat, das mich sehr beschaeftigte.

Die Katze hiess Miezchen – ich weiss, ich weiss, aber das war ihr Name, und ich respektiere Namen – und sie lag auf einer Wolldecke auf dem Sofa. Und sie knetete. Beide Vorderpfoten abwechselnd, rhythmisch, tief in die Decke hinein. Links, rechts, links, rechts. Die Augen halb geschlossen. Ein leises Schnurren.

Ich klopfte ans Balkonglas. Miezchen oeffnete ein Auge, sah mich an, und knetete weiter.

Ich wartete. Nach einer Weile oeffnete sie beide Augen. „Was willst du?“ „Ich beobachte dich beim Kneten“, sagte ich. „Das sehe ich.“ „Warum machst du das?“

Miezchen hoerte kurz auf. Dachte nach. Dann sagte sie etwas, das ich nicht erwartet hatte. „Ich erinnere mich.“ „Woran?“, fragte ich. „An frueher“, sagte Miezchen. „An ganz frueher.“

Und dann erklaerte sie mir die eigentliche Geschichte. Das Kneten, so Miezchen, ist das Aelteste, was eine Katze tut. Neugeborene Kaetzchen kneten mit den Pfoten an ihrer Mutter – so regen sie die Milchproduktion an. Es ist der erste Reflex. Die erste Handlung. Der erste Kontakt mit Waerme und Sicherheit.

Und dieser Reflex, er bleibt. Auch wenn die Katze laengst erwachsen ist. Wenn die Decke warm ist. Wenn das Licht stimmt. Wenn der Moment ruhig und sicher ist – dann kommen die Pfoten, ganz von selbst, in dieses alte Muster. Links, rechts, links, rechts.

„Du bist also gerade… gluecklich?“, fragte ich. „Ich bin gerade sicher“, sagte Miezchen. „Das ist besser.“

Das fand ich ein schoenes Bild. Nicht Glueck. Sicherheit. Der Koerper, der sich erinnert: Hier ist es gut. Hier war es schon immer gut.

Fiete, der irgendwo hinter mir auf dem Gelaender gelandet war und alles mitgehoert hatte, sagte: „Ich mach das auch manchmal. Mit den Zehen, wenn ich auf dem Poller sitze.“ Ich sah ihn an. „Du knetest?“ „Ich wackle“, sagte Fiete. „Ist das nicht dasselbe?“ „Nein“, sagte ich. Aber ich war nicht ganz sicher.

Miezchen hatte das Gespraech offenbar als beendet betrachtet. Sie knetete weiter. Die Decke war inzwischen ordentlich durchgearbeitet. Sie sah aus wie frisch gepfluegtes Feld.

Jedenfalls, Kinder: Wenn eine Katze auf euch oder auf einer Decke knetet – dann seid ihr gerade das Sicherste, was sie kennt. Das Waermste. Das Beste.

Das ist kein kleines Kompliment. Das ist das groesste, das eine Katze machen kann.

Gute Nacht.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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