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Warum Katzen an Moebeln kratzen

Katzen kratzen an Möbeln, um ihre Krallen zu schärfen, abgestorbene Hornschichten zu entfernen und ihr Territorium zu markieren, da sie in den Pfotenballen Duftstoffe absondern. Dieses Verhalten ist ein natürlicher Instinkt, der für die Pflegung ihrer Krallen und die Kommunikation mit anderen Katzen essentiell ist. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum Katzen an Sofas, Sesseln und Tuerrahmen kratzen – und zwar genau an den Moebeln, die ihre Menschen am liebsten haben.

Das war im Mai 2016, und ich sass auf dem Gelaender eines Hauseingangs, als ich drinnen durch die Glastur beobachtete, wie eine schwarze Katze namens Pech – ich fand den Namen etwas pessimistisch, aber es war nicht mein Tier – sehr systematisch an einem Ledersofa kratzte.

Das Sofa sah teuer aus. Pech kratzte trotzdem.

Ihr Mensch, ein Mann Mitte dreissig, kam ins Zimmer, sah Pech, sah das Sofa, und machte das Gesicht eines Menschen, der gleich sehr laut werden moechte, es aber noch nicht tut. Pech kratzte weiter.

Ich klopfte ans Glas. Pech hoerte auf, drehte sich zu mir, kam zum Fenster.

„Pech“, sagte ich. „Warum das Sofa?“ „Mehrere Gruende“, sagte Pech.

Das klang organisiert. Ich war beeindruckt.

Pech erklaerte: Erstens die Krallen. Katzen haben Schichten an den Krallen, wie eine Zwiebel. Die aeussere Schicht wird stumpf und muss abgeschaelt werden. Kratzen macht das. Es ist Koerperpflege.

Zweitens die Muskeln. Wenn eine Katze kratzt und sich dabei streckt, dehnt sie die gesamte Schulter- und Rueckenmuskulatur. Es ist Yoga. Mit Krallen.

Drittens die Duftdruesen. In den Pfoten sitzen Druesen, die beim Kratzen einen Duft hinterlassen. Unsichtbar fuer Menschen. Fuer Katzen aber sehr deutlich: Das hier ist meins.

„Du markierst das Sofa“, sagte ich. „Ich markiere mein Zuhause“, sagte Pech. „Das Sofa steht darin.“ „Und warum ausgerechnet das Ledersofa?“ Pech ueberlegte kurz. „Es kratzt sich gut“, sagte sie. „Das Leder gibt nach. Und es macht ein schoenes Geraeusch.“

Das war die ehrlichste Antwort, die ich je von einer Katze gehoert hatte.

Marta, die auf dem Briefkasten neben mir sass, sagte: „Das kenne ich. Ich such mir auch immer den besten Poller.“ „Das ist etwas anderes“, sagte ich. „Warum?“ Ich dachte nach. „Weil du keine Krallen hast.“ „Ich hab Fuesse“, sagte Marta. „Ich trete den Poller auch manchmal an.“ Ich liess es stehen.

Jedenfalls, Kinder: Wenn eure Katze am Sofa kratzt, dann macht sie gleichzeitig drei Dinge: Sie pflegt sich. Sie turnt. Sie sagt der Welt, dass das ihre Welt ist. Das ist effizient. Das ist klug.

Dass das Sofa darunter leidet, das ist ein anderes Problem. Aber das loest ihr am besten mit einem guten Kratzbaum.

Pech sah mich an. Dann drehte sie sich um und kratzte weiter.

Gute Nacht.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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