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Warum Hunde sich in stinkenden Dingen wälzen

Hunde wälzen sich in stinkenden Substanzen, um ihren eigenen Geruch zu überlagern und so Beute zu jagen oder vor Raubtieren verborgen zu bleiben – ein angeborenes Verhalten aus ihrer evolutionären Vergangenheit als Raubtiere. Zusätzlich kann das Wälzen in starken Gerüchen auch der Kommunikation mit anderen Hunden dienen, da sie so Informationen über Futterquellen oder andere wichtige Umweltreize weitergeben. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erkläre ich euch, warum Hunde sich in den allerschlimmsten Dingen wälzen, die sie finden können.

Das war im August 2014, und ich hatte gerade einen wunderschönen Morgen auf dem Deich verbracht. Die Luft war frisch, das Gras noch nass vom Tau, und ich dachte: Was für ein schöner Tag. Dann sah ich Luzie.

Luzie war ein weißer Husky mit blauen Augen und einem seidigen Fell, auf das ihr Mensch, eine junge Frau namens Britta, sehr stolz war. Britta hatte Luzie gerade gebadet. Das war an Luzies Gesichtsausdruck deutlich abzulesen: eine Mischung aus Demütigung und Entschlossenheit.

Luzie trabte drei Schritte vom Weg weg ins Gras – und warf sich sofort auf etwas, das ich lieber nicht genau identifizieren möchte. Sie wälzte sich. Intensiv. Mit vollem Körpereinsatz. Hals, Schulter, Rücken. Links. Rechts. Wieder links.

Britta rief: Luuuuzie, Nein!

Luzie hörte nicht.

Ich flog näher heran. „Luzie. Was tust du da?“

Luzie rollte sich auf den Bauch und sah mich mit einem Ausdruck an, der sagte: Ich weiß genau, was ich tue.

„Ich rieche wieder richtig“, sagte sie.

„Du hast gerade gebadet“, sagte ich.

„Eben“, sagte Luzie.

Dann erklärte sie mir die Sache, und ich muss sagen, es leuchtete mir ein, auch wenn es mir nicht gefiel. In der Wildnis, so Luzie, ist ein Hund, der nach Blumen oder Hundeseife riecht, ein Hund, der beim Jagen sofort entdeckt wird. Die Beute riecht den Jäger. Kein Reh läuft auf etwas zu, das nach Lavendel duftet.

Also haben die Vorfahren der Hunde gelernt: Wirf deinen Geruch weg. Nimm den Geruch der Umgebung an. Reibe dich an dem, was hier liegt. Dann riechst du nach Wald. Nach Erde. Nach dem, was hier schon immer war. Dann bist du unsichtbar für die Nase.

„Und der Kot vom Fuchs da“, sagte ich, „das ist deine Tarnung.“

„Ja“, sagte Luzie zufrieden.

„Das erklärt das Verhalten“, sagte ich. „Es macht es aber nicht angenehmer.“

„Nein“, räumte Luzie ein. „Für andere nicht.“

Britta hatte inzwischen die Leine wieder befestigt und zog Luzie Richtung Parkplatz, mit dem Gesicht eines Menschen, der weiß, dass gleich wieder gebadet wird.

Fiete, der die ganze Szene von einem Zaunpfahl aus verfolgt hatte, rief mir zu: „Kurt! Wenn ich Fips das nächste Mal nicht riechen mag – sag ich ihm das.“

„Das ist eine andere Situation“, rief ich zurück.

„Ist es das?“, rief Fiete.

Ich antwortete nicht.

Jedenfalls, Kinder: Wenn euer Hund nach dem Spaziergang plötzlich nach etwas Grässlichem riecht und dabei aussieht wie der glücklichste Hund der Welt – dann hat er gerade seinen besten Jäger-Instinkt ausgelebt. Er fühlt sich perfekt getarnt. Unbesiegbar. Professionell.

Dass ihr das anders seht, das versteht er dann beim nächsten Bad.

Gute Nacht.

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