Warum Hunde Gesichter und Hände lecken
Hunde lecken Gesichter und Hände hauptsächlich zur Kommunikation und Bindungspflege, da Lecken bei Hunden ein natürliches Verhaltensweisen ist, das bereits Welpen von ihrer Mutter erfahren. Zusätzlich können sie durch Lecken Schweiß und Geruchsinformationen aufnehmen, was ihnen hilft, ihre Menschen zu erkunden und emotionale Nähe auszudrücken. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erkläre ich euch, warum Hunde einem immer übers Gesicht lecken, auch wenn man das gar nicht möchte.
Das war im September 2010, und ich saß auf einem Geländerpfosten am Stadtpark, als ich beobachtete, wie ein kleiner Beagle-Mischling einem Kind mit der Zunge über das komplette Gesicht fuhr. Das Kind quietschte. Der Hund war der Ansicht, das sei ein Zeichen der Begeisterung, und leckte nochmal.
Der Hund hieß Tappi. Das Kind hieß, soweit ich hörte, Lena. Lena fand es eigentlich gut, auch wenn sie das Gesicht weghielt. Tappi fand es ausgezeichnet.
Ich flog hinunter, nachdem Tappi sich etwas beruhigt hatte.
„Tappi“, sagte ich, „was soll das Lecken?“
Tappi sah mich an mit dem Gesicht eines Hundes, der gerade etwas sehr Offensichtliches erklärt werden soll.
„Das ist Begrüßung“, sagte er.
„Man kann auch einfach wedeln“, sagte ich.
„Das mach ich auch“, sagte Tappi. „Das Lecken kommt noch dazu.“
Er erklärte mir, dass das Lecken aus der Zeit kommt, als Hunde noch Welpen waren. Kleine Hunde lecken ihrer Mutter ums Maul – das bedeutet: Ich bin klein, ich bin harmlos, ich mag dich, gib mir etwas zu fressen. Die Mutter würgt dann angedautes Futter hervor. Das ist weniger appetitlich, aber sehr praktisch, wenn man noch keine Zähne hat.
„Das machst du mit Lena auch?“, fragte ich vorsichtig.
„Nicht das mit dem Futter“, sagte Tappi. „Nur das erste Teil. Das Ich-mag-dich-Teil.“
„Ah“, sagte ich.
„Und Menschen schmecken manchmal salzig“, fügte Tappi hinzu. „Das ist auch nicht schlecht.“
Das hatte ich nicht erwartet.
Fiete, der hinter mir landete, hatte das Ende gehört. „Kurt“, sagte er, „ich leck auch manchmal an Sachen.“
„Das ist etwas anderes“, sagte ich.
„Ist es das?“
Ich ließ es stehen.
Jedenfalls: Tappi leckte Lena noch dreimal übers Gesicht, bevor ihr Vater rief, dass es Zeit zum Gehen sei. Und Lena lachte jedes Mal – auch wenn sie so tat, als wäre es ihr zu viel.
Und das, Kinder, ist das Entscheidende: Ein Hund, der leckt, sagt damit: Du bist meine Familie. Du bist wichtig. Ich bin froh, dass du da bist. Das sagt er nicht mit Worten, weil er keine hat. Er sagt es mit der Zunge.
Das ist vielleicht etwas feucht. Aber es ist aufrichtig gemeint.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
