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Warum Hunde gaehnen wenn sie Stress haben

Gähnen bei Hunden unter Stress dient als sogenanntes Beschwichtigungssignal, das Anspannung abbauen und Entspannung signalisieren soll. Dies ist eine angeborene Verhaltensweise, die ähnlich wie bei Menschen physiologisch helfen kann, das Nervensystem zu beruhigen und Stressabbau zu fördern. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erklaere ich euch, warum Hunde gaehnen – und dass das meistens gar nichts mit Muedigkeit zu tun hat.

Das war im Maerz 2019, und ich sass auf dem Gelaender der Tierarztpraxis in der Lloydstrasse – ich kenne die gut, da sitze ich oft, sehr interessante Begegnungen – als unten in der Wartezone ein Vorfall meiner Aufmerksamkeit nicht entging.

Ein grosser schwarzer Labrador namens Nero sass neben seinem Menschen und sah auf einen anderen Hund, einen nervoesen Spitz, der drei Meter entfernt zitterte und bellte. Der Spitz hiess Puenktchen. Nero und Puenktchen kannten sich nicht. Puenktchen war der Meinung, das sei ein Grund zur Sorge. Nero war anderer Ansicht.

Nero gaehnste. Langsam, ausgiebig, mit vollem Einsatz des Kiefers. Puenktchen hoerte kurz auf zu bellen. Sah Nero an. Nero gaehnste nochmal. Puenktchen wurde etwas ruhiger.

Ich war fasziniert. Ich flog hinunter und landete auf dem freien Stuhl neben Neros Menschen – der das kaum bemerkte, weil er aufs Handy schaute.

„Nero“, sagte ich leise. „Was machst du da?“ – „Beruhigen“, sagte Nero. – „Wen?“ – „Den da.“ Er zeigte mit dem Blick auf Puenktchen. – „Durch Gaehnen?“ – „Ja.“

Nero erklaerte mir geduldig, was ich euch jetzt erklaere: Gaehnen ist bei Hunden eine Sprache. Eine sehr alte Sprache. Es bedeutet nicht: Ich bin muede. Es bedeutet: Ich bin ruhig. Ich bin keine Bedrohung. Hier ist alles gut. Komm runter.

Hunde gaehnen, wenn sie selbst Stress haben – um sich zu beruhigen. Und sie gaehnen, wenn andere Hunde Stress haben – um zu sagen: Schau mich an, ich bin entspannt, du kannst das auch sein.

„Das funktioniert?“, fragte ich. „Meistens“, sagte Nero. Puenktchen hatte inzwischen aufgehoert zu bellen und sah etwas weniger verzweifelt aus. „Und wenn es nicht funktioniert?“, fragte ich. „Dann gaehn ich nochmal“, sagte Nero.

Marta, die kurz reingeschaut hatte – sie kennt die Tierarztpraxis auch, andere Gruende – sagte: „Das sollten Menschen auch lernen.“ „Was meinst du?“, fragte ich. „Na, wenn jemand aufgeregt ist – einfach mal tief durchatmen. Langsam. Sichtbar. Das beruhigt den anderen mit.“

Das fand ich ein kluges Bild. Ein Gaehnen als Friedensangebot. Als sichtbares Zeichen: Ich bin ruhig. Du darfst es auch sein.

Kruemel, der seit 2022 dabei war und irgendwo auf dem Tisch mit den Wartezimmer-Zeitschriften sass, fragte: „Opa Kurt, warum gaehne ich manchmal, wenn andere gaehnen?“ – „Weil du ein gutes Herz hast“, sagte ich.

Das stimmte natuerlich nicht ganz – das ist ansteckendes Gaehnen, ein anderes Phaenomen. Aber Kruemel strahlte. Und das war die richtige Antwort fuer den Moment.

Gute Nacht.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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