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Warum Hunde den Kopf aus dem Autofenster strecken

Hunde strecken ihren Kopf aus dem Autofenster, um intensiv Gerüche aufzunehmen und ihre Umgebung durch den Geruchssinn zu erkunden, da dieser bei Hunden etwa 10.000 bis 100.000 Mal stärker ausgeprägt ist als beim Menschen. Zudem wird diese Verhaltensweise durch die Neugierde und die Stimulation durch neue Reize ausgelöst, die während der Fahrt entstehen. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erkläre ich euch warum Hunde bei jeder Fahrt den Kopf aus dem Autofenster strecken. Ohren flattern, Maul offen, Augen halb zugekniffen. Bei Tempo dreißig. Bei Tempo achtzig. Jedes Mal.

Das war ein Unfall. Ein sehr schöner Unfall.

Es gab in Bremerhaven eine Hündin namens Hella. Hellbraun, mittelgroß, mit einem Schwanz der nie aufhörte zu wedeln, egal was passierte. Hella fuhr zum ersten Mal Auto. Das heißt: Hellas Besitzer fuhr. Hella saß hinten und war sich nicht sicher wie sie das finden sollte.

Das Auto roch nach Mensch, nach Benzin, nach den Resten eines Wurstbrots von vor drei Wochen – Hella konnte das alles einzeln unterscheiden, aber es war zu viel auf einmal. Etwas überwältigend.

Dann öffnete jemand das Fenster.

Ein Spalt zuerst. Dann mehr.

Und da war er – der Wind. Direkt ins Gesicht. Mit allem was draußen war: Wiese, Dieselabgas, ein Hund irgendwo links, Bratwurst von einer Imbissbude, Salzwasser in der Ferne, ein Gummibaum in einem Vorgarten, feuchte Erde, Vogelfedern, Abendluft.

Alles gleichzeitig. Alles in Bewegung. Als würde die ganze Welt an ihr vorbeifließen.

Hella streckte den Kopf raus.

Die Ohren flatterten. Das war neu. Das war seltsam. Das war das Beste was ihr je passiert war.

Sie blieb so. Die ganze Fahrt. Als das Auto anhielt, brauchte sie einen Moment um sich zu erinnern dass es noch eine Welt außerhalb des Windes gab.

Seitdem saß Hella bei jeder Fahrt am Fenster. Ihre Welpen auch. Deren Welpen auch.

Heute macht es jeder Hund. Nicht weil man es ihnen beibringt. Sondern weil es das Erste ist, was sie tun wenn das Fenster offen ist.

Eine Nase die gleichzeitig alles riecht was die Welt zu bieten hat.

Das, Kinder, ist kein schlechtes Gefühl.

Gute Nacht.

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