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Warum Hühner mit Küken reden bevor sie geschlüpft sind

Mutter-Hühner geben vor dem Schlüpfen Lautäußerungen von sich, um bereits im Ei befindliche Küken an ihre Stimme zu gewöhnen und so nach dem Schlüpfen die Mutter-Kind-Bindung zu fördern. Diese vorgeburtliche Kommunikation unterstützt zudem die Synchronisation des Schlüpfzeitpunkts und hilft den Küken, sich für das Leben außerhalb des Eis vorzubereiten. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erkläre ich euch, warum Hühner schon mit ihren Küken reden bevor diese geschlüpft sind. 2017. Wir saßen auf dem Querbalken im Hühnerstall. Waltraud brütete. Drei Eier. Drei Wochen. Frieda hielt mich auf: Warte. Hör mal. Aus dem mittleren Ei: ein leises hohes Piepen. Lang gezogen. Wie eine Frage. Waltraud antwortete: tief, ruhig, ein Gluckern — Ich bin hier. Alles gut. Ich bin hier. Krümel: Das Ei hat geredet. Frieda: Das Küken. Noch drin. Aber schon da. Das passiert etwa einen Tag vor dem Schlupf. Das Küken piept durch die Schale. Die Mutter antwortet immer: Du bist nicht allein. Ich weiß dass du kommst. Ich warte. Wenn das Küken sich verlaufen hat — Ton der am Ende abfällt: Ich bin weg. Ich weiß nicht wo. Die Mutter antwortet mit kurzen schnellen Rufen: Hier bin ich. Hier. Über 30 verschiedene Laute haben Hühner. Aber dieser — Küken im Ei, Mutter antwortet — war zuerst. Marta saß ganz still. Ungewöhnlich. Dann: Das ist eine der ältesten Unterhaltungen der Welt. Fiete nickte. Ich auch. Am nächsten Morgen war das mittlere Ei aufgebrochen. Waltraud guckerte leise. Das Küken antwortete. Manchmal fängt das Gespräch an bevor man sich überhaupt sehen kann. Das macht es nicht weniger echt. Gute Nacht.

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