Warum Delfine Schwämme auf dem Schnabel tragen
Delfine tragen Schwämme auf ihrem Schnabel, um sich beim Durchwühlen des sandigen oder steinigen Meeresbodens vor Verletzungen und Schürfwunden zu schützen. Dieses Verhalten wird als kulturelle Tradition innerhalb bestimmter Delfinpopulationen weitergegeben und hilft ihnen zudem, Beute effizienter aufzustöbern. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erkläre ich euch, warum manche Delfine mit einem Schwamm auf dem Schnabel durch den Sand wühlen. Das sieht aus, als hätten sie ihre Nase verloren und suchen sie. Ist aber nicht so.
Das war 1983, vor der australischen Küste. Ich war auf einer Weltreise, wegen einer privaten Angelegenheit, auf die ich jetzt nicht eingehe. Jedenfalls landete ich erschöpft auf einem Felsen bei Shark Bay – der Name hätte mich warnen sollen – und beobachtete das Folgende.
Eine Delfin-Dame namens Rosemarie wühlte mit dem Schnabel im Meeresboden. Das wäre nichts Besonderes gewesen, außer dass sie vorher angehalten, getaucht, und sich sorgfältig einen Schwamm über die Schnauze gestülpt hatte. Wie einen Handschuh. Einen nassen, schleimigen Meereshandschuh.
Ich flog hinunter.
„Warum tragen Sie einen Schwamm?“, fragte ich.
„Damit ich mir nicht wehtue“, sagte Rosemarie, ohne aufzuhören zu wühlen.
„Woran?“
„An den Steinen. An den Muscheln. An allem was da unten liegt.“
Rosemaries Großmutter – eine legendäre Delfin-Dame namens Auguste – hatte den Trick erfunden, und zwar nicht aus Klugheit, sondern aus Sturheit. Auguste war bekannt dafür, nie aufzugeben, auch wenn sie blutete. Besonders wenn sie blutete. Sie wühlte täglich im Sand nach Tintenfischen, und täglich verletzte sie sich dabei die Schnauze.
Ihre Tochter sagte: „Mama, hör auf.“
Auguste sagte: „Nein.“
Eines Tages, der Schmerz war besonders schlimm, griff Auguste nach dem nächsten Gegenstand, der schwamm, und drückte ihn auf die Schnauze. Das war ein Schwamm. Er dämpfte den Aufprall. Er polsterte. Auguste wühlte weiter, aber diesmal ohne Blut.
„Aha“, sagte Auguste.
Das war alles, was sie dazu sagte. Kein großes Aufheben. Kein Erklären. Sie machte es einfach ab dann immer so, und ihre Töchter machten es nach, weil es klüger war als bluten.
„Und jetzt tragen es alle?“, fragte ich Rosemarie.
„Die klugen schon“, sagte sie.
Fiete, der das von oben beobachtet hatte, rief: „Ich hab auch mal was auf die Schnauze bekommen. War kein Schwamm.“
„Was war es?“
„Eine Krabbe.“
„Und hat es geholfen?“
Kurze Pause.
„Nein.“
Manchmal, Kinder, ist das Werkzeug entscheidend. Nicht jeder Gegenstand, der auf der Nase landet, ist nützlich.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
