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Warum Delfine mit nur halbem Gehirn schlafen

Delfine schlafen mit nur einer Gehirnhälfte gleichzeitig, weil sie als Meeressäuger bewusst atmen müssen und während des Schlafs die Oberfläche aufsuchen müssen, um nicht zu ertrinken. Die wache Gehirnhälfte ermöglicht es ihnen gleichzeitig, ihre Umgebung zu überwachen und potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:

Also, Kinder, heute erkläre ich euch, warum Delfine nie richtig schlafen – jedenfalls nicht so wie ihr, mit zwei geschlossenen Augen und vielleicht noch einem Teddybären.

Das war ein Mittwoch, irgendwann in den Siebzigern. Genauer weiß ich es nicht mehr, weil Möwen keine Kalender haben. Ich saß auf einem Hafenkran in Cuxhaven und döste ein bisschen, als ich das erste Mal sah, wie ein Delfin einschläft.

Sein Name war Willi. Linksseitig dominant, wie sich später herausstellte.

Willi schwamm langsam im Kreis, ein Auge zu, eines offen. Das sah seltsam aus. Marta, die neben mir auf dem Kran saß und ihr rotes Halstuch zurechtrückte, beobachtete das eine Weile schweigend.

„Was macht der da?“, fragte Krümel. Er war damals noch kleiner als heute, der Pullover noch etwas zu groß.
„Schlafen“, sagte Marta.
„Mit einem Auge?“
„Mit einer Gehirnhälfte.“

Das war auch für mich neu. Also flog ich hinunter und fragte Willi direkt. Er war nicht besonders gesprächig – er schlief ja halb – aber in der wachen Hälfte erklärte er mir, wie das dazu gekommen war.

Vor sehr langer Zeit hatten Delfine ganz normal geschlafen. Beide Augen zu, beide Gehirnhälften aus, auf dem Meeresgrund abgelegt wie ein Stein. Das war schön. Das war erholsam. Das war ein Fehler.

Denn Delfine müssen atmen. Oben, an der Oberfläche. Mit dem Atemloch.

„Und wenn man schläft?“, fragte ich.
„Dann atmet man nicht“, sagte Willi.
„Und dann?“
„Dann stirbt man.“

Er sagte das sehr ruhig. Fast beiläufig.

Jedenfalls hatten die alten Delfine dieses Problem bemerkt – vermutlich weil einige von ihnen nicht mehr aufgetaucht waren. Da hatte eine besonders kluge Delfin-Großmutter namens Hedwig eine Idee. Sie übte so lange, bis sie eine Gehirnhälfte wach halten konnte, während die andere schlief. Die wache Hälfte kontrollierte das Schwimmen und das Atmen. Die schlafende träumte von Heringsschwärmen.

„Und was träumt die schlafende Hälfte gerade?“, fragte ich Willi.

Das linke Auge öffnete sich kurz.
„Fragen Sie nicht.“
Dann schloss es sich wieder.

Heute machen das alle Delfine so. Eine Hälfte schläft, eine bleibt wach, dann wird gewechselt. Kein Delfin schläft je tief durch. Sie sind immer ein bisschen da und ein bisschen weg.

Manchmal, Kinder, ist es klüger, nicht ganz auszuschalten. Nur für den Fall.

Gute Nacht.

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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