Warum Delfine den Fischern beim Fangen helfen
Delfine treiben Fischschwärme gezielt in Richtung von Fischernetzen oder in flachere Gewässer, wodurch sie selbst leichter an Beute gelangen und gleichzeitig die Fische für die Fischer konzentrieren. Dieses Verhalten wird als mutualistische Koexistenz interpretiert, bei der beide Seiten von der Jagdkoordination profitieren, wobei Delfine die Fische auch direkt aus den Netzen erbeuten können. Das sagen die Fachleute. Wer’s lieber spannend mag, lauscht jetzt den Worten von Opa Kurt:
Also, Kinder, heute erkläre ich euch, warum Delfine in Brasilien den Fischern helfen, ihre Netze zu füllen. Das klingt uneigennützig. Ist es nicht. Delfine sind klug, aber sie sind keine Heiligen. Das weiß ich, weil ich dabei war.
Das war 1969, am Strand von Laguna, Brasilien. Ich war auf der Rückreise von einer anderen Reise, auch auf die ich jetzt nicht eingehe. Jedenfalls hockte ich auf einem Holzpfahl und sah Folgendes:
Fischer standen im flachen Wasser bis zur Hüfte. Sie warteten. Im Wasser draußen: Delfine. Die Delfine trieben einen riesigen Fischschwarm auf die Fischer zu, langsam, methodisch, wie Schäferhunde eine Herde. Dann gaben sie mit dem Körper ein Zeichen – ein bestimmtes Rollen, ein bestimmtes Abtauchen – und die Fischer warfen ihre Netze.
Volle Netze. Immer.
Ich flog zu einem der Delfine, der gerade verschnaufte. Er hieß Edmundo.
„Warum helft ihr denen?“, fragte ich.
„Wir helfen uns selbst“, sagte Edmundo.
„Inwiefern?“
Edmundo erklärte es geduldig. Der Fischschwarm war zu groß für Delfine allein – die Fische konnten in alle Richtungen fliehen. Aber wenn man sie in Richtung der Küste trieb, wo das Wasser flach war, und dann noch Fischer mit Netzen die andere Seite blockierten, saßen die Fische in der Falle.
„Und die Delfine nehmen sich die Fische, die durch die Maschen entkommen“, sagte ich.
„Die besten Fische“, sagte Edmundo. „Die schnellsten. Die, die wir allein nie kriegen würden.“
„Das ist sehr schlau“, sagte ich.
„Das ist sehr alt“, sagte er. „Mein Urgroßvater hat das mit dem Urgroßvater des alten Silva ausgehandelt.“
„Ausgehandelt?“
„Flosse auf Hand. Es hat gehalten.“
Marta, die inzwischen auch gelandet war und ihr rotes Halstuch gegen den Wind festhielt, beobachtete die Szene.
„Zusammenarbeit“, sagte sie. „Jeder gibt, was er kann. Jeder kriegt, was er braucht.“
„Und was kriegen wir?“, fragte Fiete hoffnungsvoll.
„Nichts“, sagte Marta. „Wir haben nicht mitgearbeitet.“
Fiete aß trotzdem einen Fisch. Einen, der herausgeflogen war. Das zählte er als seinen Anteil.
Kinder, wer teilt, kriegt oft mehr als der, der alles allein behält.
Gute Nacht.
Mit Unterstützung von KI erstellt.
