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Von dem Machandelboom

Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte vom Machandelboom. Machandel – das ist ein altes Wort für Wacholder. Ein Baum, unter dem diese Geschichte beginnt. Und endet.

Dies ist eine ernste Geschichte. Aber Opa Kurt erzählt sie, weil sie am Ende schön wird. Und Märchen dürfen auch ernst sein – wenn das Ende Hoffnung bringt.

Eine Frau hatte sich ein Kind gewünscht, so rot wie Blut und so weiß wie Schnee. Ihr Wunsch ging in Erfüllung – aber sie starb bei der Geburt. Der Mann begrub sie unter dem Machandelbaum im Garten.

Er heiratete erneut. Die neue Frau liebte ihre eigene Tochter Marlenichen, aber den Stiefsohn nicht. Eines Tages geschah durch Unachtsamkeit ein schrecklicher Unfall. Die Stiefmutter bereute sofort, aber sie versteckte, was geschehen war.

Marlenichen sammelte heimlich alle Knochen ihres Bruders, band sie in ein Seidentuch und legte sie unter den Machandelbaum.

Da geschah etwas Wunderbares. Aus dem Baum stieg ein wunderschöner Vogel auf. Er flog in die Welt und sang ein Lied. Alle, die es hörten, standen still und lauschten. Er tauschte seinen Gesang gegen Geschenke: eine goldene Kette, rote Schuhe, einen schweren Mühlstein.

Er flog nach Hause. Dem Vater warf er die goldene Kette um den Hals. Marlenichen bekam die roten Schuhe. Den Mühlstein – den ließ er auf die Stiefmutter fallen. Sie war fort.

Als der Rauch sich lichtete, stand der Junge wieder da. Lebendig. Gesund. Er nahm Marlenichens Hand.

Vater, Sohn und Marlenichen gingen ins Haus und aßen zusammen zu Abend.

Es war ein gutes Abendessen. Das erste seit langer Zeit.

(501 Wörter)

Mit Unterstützung von KI erstellt.

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