Von dem Fischer un syner Fru
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte vom Fischer und seiner Frau Ilsebill. Das ist eine Geschichte auf Plattdeutsch – aus dem Norden, von der See. Und sie handelt davon, wann genug genug ist.
Ein Fischer fing einen Butt – einen Plattfisch –, der plötzlich sprach. Er war ein verzauberter Prinz. Der Fischer ließ ihn frei. Klar.
Als er seiner Frau Ilsebill davon erzählte, war die Reaktion eindeutig: „Du hättest dir etwas wünschen sollen! Geh zurück und wünsch uns ein ordentliches Häuschen!“
Der Fischer rief den Butt. Der Butt erfüllte den Wunsch. Sie hatten ein Häuschen.
Aber Ilsebill wollte mehr. Ein Schloss. Dann wollte sie Königin sein. Der König. Der Kaiser. Der Papst. Jedes Mal rief der Fischer – jedes Mal wurde die See unruhiger, dunkler, stürmischer.
Schließlich wollte Ilsebill werden wie Gott selbst. Die Sonne aufgehen lassen können. Den Mond befehlen.
Der Fischer stand am Strand, zitterte, rief trotzdem.
Der Butt antwortete: „Geh heim. Sie sitzt wieder in ihrem alten Haus.“
Und so war es. Die Ilsebill saß in der kleinen, armseligen Hütte, in der sie begonnen hatten. Und dort blieben sie bis ans Ende ihrer Tage.
Der Fischer war eigentlich erleichtert. Er hatte die See immer gemocht – so richtig, wenn sie ruhig war.
Wer immer mehr will und nie zufrieden ist, verliert am Ende alles, was er hatte. Das ist hart. Aber so ist es manchmal.
(499 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
