Vom Tode des Hühnchens
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte vom Tode des Hühnchens. Das klingt erst sehr traurig – aber es ist auch ein bisschen komisch. Märchen sind manchmal beides gleichzeitig.
Das Hühnchen und das Hähnchen waren gute Freunde. Sie gingen zusammen auf den Nussberg, um Nüsse zu sammeln. Dabei hatten sie ausgemacht: Was wir finden, teilen wir.
Das Hühnchen fand eine große Nuss. Eine wirklich schöne, dicke Nuss. Und es dachte – kurz, leider – an gar nichts außer daran, wie lecker die sein würde. Es sagte nichts und wollte sie allein essen.
Aber die Nuss war so groß, dass das Hühnchen beinahe daran erstickte. „Hähnchen! Hol mir schnell Wasser!“
Das Hähnchen lief zum Brunnen. Der Brunnen schickte es zur Braut, die schickte es zum Weidenbaum, der zum Schuhmacher – und so weiter und so fort. Eine lange, lange Kette. Als das Hähnchen endlich mit Wasser zurückkam, war es zu spät.
Das Hühnchen war gestorben.
Das Hähnchen trauerte tief. Alle Tiere kamen und trauerten mit. Sechs Mäuse bauten einen kleinen Wagen, um das Hühnchen zur Ruhestätte zu fahren. Immer mehr Tiere schlossen sich an.
An einem Bach wollten sie hinüber. Ein Strohhalm legte sich als Brücke hin – aber er brach durch. Eine Kohle versuchte es – sie erlosch im Wasser. Ein Stein half ihnen schließlich hinüber.
Aber als der Wagen auf der anderen Seite ankam und alle nachkommen wollten, war er zu schwer. Alle fielen ins Wasser.
Das Hähnchen blieb allein zurück. Es begrub das Hühnchen still und saß lange auf dem kleinen Hügel.
Was lernen wir? Teilen und ehrlich sein ist wichtig – damit man am Ende nicht allein dasteht. Und eine große Nuss ist keine gute Ausrede, einen Freund zu vergessen.
(501 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
