Sneewittchen
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von Sneewittchen. Jetzt denkt ihr: „Opa Kurt, das ist doch Schneewittchen!“ – Ja, fast. Sneewittchen ist die plattdeutsche Version, aus dem Norden. Aber die Geschichte ist dieselbe – und ich erzähl sie euch trotzdem nochmal, auf Opa-Kurt-Art.
Sneewittchen – das bedeutet „Kleines Schneeweißchen“ – hatte Haare so schwarz wie Kohle und Haut so weiß wie frischer Schnee. Und eine Stiefmutter, die einen Zauberspiegel besaß, mit dem sie jeden Morgen sprach.
Als der Spiegel eines Tages sagte, Sneewittchen sei schöner, wurde die Stiefmutter gefährlich. Sie schickte einen Jäger – aber der hatte ein gutes Herz und ließ Sneewittchen laufen.
Sneewittchen fand im Wald ein kleines Häuschen – sieben Teller, sieben Betten, sieben Zahnbürsten. Die sieben Zwerge, die abends heimkamen, waren erst erschrocken, dann gerührt. Sie ließen sie wohnen.
Die Stiefmutter versuchte Sneewittchen dreimal zu schaden – mit einem Schnürband, mit einem vergifteten Kamm, und schließlich mit einem Apfel, halb rot, halb grün. Den Apfel aß Sneewittchen – und schlief.
Die Zwerge legten sie in einen gläsernen Sarg auf dem Berg.
Ein Prinz ritt vorbei. Er sah Sneewittchen im Sarg und war berührt von ihrer stillen Schönheit. Beim Bewegen des Sarges fiel das Stück Apfel aus ihrem Mund. Sie öffnete die Augen.
„Guten Morgen“, sagte der Prinz leise.
„Oh“, sagte Sneewittchen. „Ich hatte gerade so einen komischen Traum.“
Sie heirateten. Die böse Stiefmutter musste das Land verlassen, ihr Spiegel wurde eingepackt und weggeschlossen.
Und Sneewittchen? Die lebte ihr Leben – fröhlich, frei, und mit dem festen Vorsatz, nie wieder Äpfel von Fremden anzunehmen.
(501 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
