|

Schneewittchen

Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von Schneewittchen. Ein ungewöhnlicher Name, das stimmt – aber das Mädchen hatte Haare schwarz wie Kohle, Lippen rot wie Kirschen und Haut weiß wie Schnee. Da lag der Name irgendwie auf der Hand.

Schneewittchens Mama war früh gestorben. Der König, ihr Papa, heiratete wieder – eine Frau, die wunderschön war, aber leider einen ganz schlechten Charakter hatte. Sie besaß einen magischen Spiegel, so einen mit Sprachfunktion, wie ein Alexa aber böser. Jeden Morgen fragte sie: „Spiegel, Spiegel, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Und der Spiegel antwortete immer: „Ihr, Königin, seid die Schönste hier.“

Bis er es eines Tages nicht mehr sagte. „Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.“

Das war der Anfang aller Probleme.

Die böse Königin schickte einen Jäger in den Wald. Aber der Jäger hatte ein Herz und ließ Schneewittchen laufen. „Lauf, lauf und komm nie wieder zurück!“

Schneewittchen lief durch den dunklen Wald, bis sie ein kleines Häuschen fand. Innen alles winzig: sieben kleine Teller, sieben kleine Betten, sieben kleine Zahnbürsten. Sie legte sich hin und schlief.

Als abends sieben Zwerge nach Hause kamen, staunten sie nicht schlecht. Ein Mädchen schlief in den Betten. Oder eigentlich über mehreren davon, weil sie zu lang war. Sie weckten sie freundlich und beschlossen: Sie darf bleiben.

Aber die böse Königin – der Spiegel hatte wieder geplaudert – kam verkleidet als alte Frau und bot Schneewittchen einen roten Apfel an. Schneewittchen, leider ein bisschen zu vertrauensselig, nahm einen Bissen.

Und fiel in einen tiefen, tiefen Schlaf.

Die Zwerge legten sie behutsam in einen gläsernen Schrein im Wald.

Eines Tages ritt ein Prinz vorbei. Beim Versuch, den Schrein zu bewegen, rutschte das Stück Apfel aus Schneewittchens Mund. Sie öffnete die Augen.

„Guten Morgen“, sagte der Prinz.

„Oh“, sagte Schneewittchen. „Wie lange hab ich geschlafen?“

„Etwas länger“, sagte er.

Die böse Königin wurde von ihrer eigenen Spiegelapp überführt – die Zwerge hatten die Aufzeichnungen gesichert – und musste das Land verlassen.

Schneewittchen lernte eins: Fremde mit zu guten Angeboten sind selten wirklich nett. Der Prinz fragte sie höflich, ob sie sein Schloss mal besuchen wollte. Schneewittchen sagte, sie denkt drüber nach. Schließlich kannte sie ihn ja erst fünf Minuten.

Vernünftiges Mädchen.

(763 Wörter)

Mit Unterstützung von KI erstellt.

Ähnliche Beiträge