Marienkind
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte vom Marienkind. Die ist ein bisschen ernst – aber sie handelt davon, was passiert, wenn man ein Versprechen bricht. Und was passiert, wenn man es endlich zugibt.
Die Jungfrau Maria nahm ein kleines armes Mädchen mit zu sich in den Himmel. Alles war wunderschön und golden. Maria gab dem Mädchen dreizehn goldene Schlüssel. Zwölf Türen durfte sie öffnen und die Herrlichkeiten dahinter ansehen. Die dreizehnte Tür – die blieb verboten.
Das Mädchen öffnete eine Tür nach der anderen. Hinter jeder strahlte etwas Wunderbares. Aber die dreizehnte Tür ließ ihr keine Ruhe.
Als Maria einmal fort war – just einen Moment, ihr kennt das – steckte das Mädchen den verbotenen Schlüssel ins Schloss. Ein goldenes Licht strömte heraus. Erschrocken schlug es die Tür zu.
Als Maria zurückkam, fragte sie: „Hast du die verbotene Tür geöffnet?“
Das Mädchen sagte nein. Dreimal fragte Maria. Dreimal sagte das Mädchen nein. Auch wenn es die Wahrheit war.
Maria war traurig und schickte das Mädchen zurück auf die Erde. Es konnte nicht mehr sprechen.
Unten fand es ein König und heiratete es. Aber Maria holte immer wieder die Kinder weg, weil das Mädchen noch immer nicht die Wahrheit sagte. Die Menschen dachten Schlimmes über die Königin.
Als das Mädchen endlich auf dem Scheiterhaufen stand und das Feuer angezündet wurde, öffnete es sein Herz und rief – mit der wieder gegebenen Stimme: „Ja! Ich habe es getan! Es tut mir leid!“
Da öffnete sich der Himmel. Regen löschte das Feuer. Maria brachte die Kinder zurück. Das Mädchen durfte wieder sprechen.
Von diesem Tag an lebte die Familie glücklich zusammen. Und das Mädchen sprach immer die Wahrheit. Auch wenn es schwer war.
(501 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
