Jorinde und Joringel
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von Jorinde und Joringel. Zwei junge Leute, die sich liebten – und eine Hexe, die das nicht leiden konnte.
Mitten in einem großen Wald stand ein altes Schloss. Darin wohnte eine Zauberin, alt und böse. Wer sich dem Schloss zu weit näherte, stand plötzlich still wie ein Stein – wenn er ein Mann war. Wenn es ein Mädchen war, verwandelte sie ihn in einen Vogel und sperrte ihn in einen Käfig.
Jorinde und Joringel gingen eines Abends zusammen durch den Wald. Sie hatten sich in ihre Unterhaltung vertieft – ihr kennt das, wenn man spazieren geht und nicht merkt, wie weit man schon gelaufen ist. Und plötzlich waren sie zu nah am Schloss.
Jorinde – schwupp – wurde zur Nachtigall. Joringel stand wie aus Stein. Er konnte sich nicht bewegen, konnte nicht rufen, konnte nur zuschauen, wie die alte Hexe die Nachtigall in einen Käfig sperrte und verschwand.
Als die Hexe weg war, konnte Joringel sich wieder rühren. Aber Jorinde war fort. Er suchte das Schloss – fand es nicht. Er lief durch die Welt, arbeitete, sparte, und träumte.
Eines Nachts träumte er von einer blutroten Blume mit einer großen Perle in der Mitte. Er suchte diese Blume neun Tage lang. Am neunten Morgen fand er sie auf einer Wiese.
Mit der Blume in der Hand konnte er sich dem Schloss nähern. Die Hexe versuchte ihn aufzuhalten – aber die Blume schützte ihn. Er ging durch alle Zimmer und suchte unter Tausenden von Vögeln in Käfigen seine Jorinde.
Da sah er, wie die Hexe heimlich einen Käfig wegtragen wollte. Er berührte den Käfig mit der Blume. Jorinde stand vor ihm – ein Mensch, kein Vogel.
Er berührte auch alle anderen Käfige. Alle verwandelten sich zurück. Die Hexe verlor ihre Kraft für immer.
Jorinde und Joringel gingen Hand in Hand aus dem Wald. Und passten von da an besser auf, wenn sie zusammen spazieren gingen.
(502 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
