Hänsel und Gretel
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von Hänsel und Gretel. Zwei Geschwister, die zusammen durch dick und dünn gingen. Und durch einen ziemlich dunklen Wald.
Die beiden wohnten mit ihrem Papa und ihrer Stiefmama am Rand eines Waldes. Es war nicht viel Geld da, und die Stiefmama war nicht die Netteste. Eines Abends hörten Hänsel und Gretel durch die Wand, wie sie flüsterte: „Wir müssen die Kinder morgen im Wald lassen. Wir haben nicht genug zu essen für alle.“
Hänsel fasste einen Plan. In der Nacht schlich er raus und füllte seine Jackentasche mit weißen Kieselsteinen. Am nächsten Morgen ließ er die Steine fallen – einen nach dem anderen. Kleine weiße Punkte auf dem Waldweg.
Abends, als der Mond aufging, fanden die Steine den Weg nach Hause. Sie glitzerten wie kleine Lampen. Die Kinder folgten ihnen – und standen wieder vor der Tür.
Die Stiefmama war nicht erfreut. Sie versuchte es noch einmal, diesmal früher. Und diesmal hatte Hänsel nur Brot in der Tasche. Die Brotkrümel auf dem Weg wurden leider von den Vögeln aufgepickt. Das Navi sozusagen – weg.
Die Kinder verirrten sich tief im Wald. Sie hatten Hunger und Angst. Und dann roch es auf einmal nach Zimt und Vanille und gebrannten Mandeln. Sie folgten dem Geruch – und da stand es: ein Haus aus Lebkuchen und Zuckerguss, mit Fenstern aus Karamell und einem Türknauf aus Schokolade.
Natürlich aßen sie davon. Wer hätte das nicht?
Aber im Haus wohnte eine Hexe. Eine richtig alte, böse, schlaue Hexe. Sie steckte Hänsel in einen Käfig und ließ Gretel alle Arbeit machen. Jeden Tag kam die Hexe und ließ Hänsel einen Knochen rausstrecken statt des Fingers. Die Hexe tastete und brummte: „Immer noch zu dünn!“
Nach einer Weile verlor sie die Geduld. „Gretel, mach den Backofen an!“
Gretel tat so, als wüsste sie nicht wie. „Ich versteh das nicht… kannst du mir zeigen, wie man reinguckt?“
Die Hexe beugte sich vor – und Gretel gab ihr einen beherzten Schubs. Schwupp, Ofen zu. Gretel befreite Hänsel. Sie fanden eine Truhe mit Edelsteinen. Dann fanden sie einen Weg, überquerten einen kleinen See auf dem Rücken einer freundlichen Ente, und standen am Ende vor dem Haus ihres Vaters.
Der Papa war überglücklich. Die Stiefmama war inzwischen ausgezogen. Mit den Edelsteinen hatten sie genug zu essen, und der Papa passte von da an viel besser auf seine Kinder auf.
Zusammen ist man stärker. Und wer Köpfchen hat, kommt weiter als wer nur Kraft hat.
(718 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
