Die sieben Raben
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von den sieben Raben. Und von einem Mädchen, das für seine Brüder durch die halbe Welt lief.
Ein Vater hatte sieben Söhne – und dann endlich noch eine Tochter. Das Baby war schwach, und der Vater schickte die Söhne schnell los, Taufwasser zu holen. Die Söhne rannten so aufgeregt, dass einer den Krug fallen ließ. Keiner traute sich, ohne Krug zurückzugehen.
Der Vater wartete und wartete. Und wurde wütend. „Die verwünschten Jungen – sollen sie doch alle zu Raben werden!“ Und kaum hatte er das gesagt, flogen sieben schwarze Raben auf.
Das Mädchen wuchs auf. Irgendwann hörte sie von ihren Brüdern und beschloss sofort: Ich hole sie zurück.
Allein lief sie los. Sie fragte die Sonne – zu heiß und unfreundlich. Den Mond – gruselig. Die Sterne – die waren freundlich und gaben ihr einen Knochen. „Mit diesem Knochen kannst du den Glasberg öffnen, in dem deine Brüder leben.“
Unterwegs verlor sie den Knochen. Kurze Pause – dann schnitt sie einen ihrer kleinen Finger ab und benutzte ihn als Schlüssel. Das tat weh. Aber weiter.
Im Glasberg fand sie den siebten Raben, der rief: „Wüsste ich, dass unsere kleine Schwester hier wäre – ich wäre wieder ein Mensch!“
Da trat das Mädchen vor. Der Zauber zerbrach. Sieben Raben wurden sieben Männer. Sie umarmten ihre Schwester.
Manchmal ist Mut, einfach loszugehen – auch wenn man nicht weiß, wie es endet.
(699 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
