Die Scholle
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von der Scholle. Die ist kurz – aber dahinter steckt mehr als man denkt.
Es war einmal eine Zeit, da wollten die Fische im Meer einen König haben. So ein Anführer, der die Ordnung hält, der entscheidet, der repräsentiert. Alle versammelten sich – Hering, Hecht, Karpfen, Barsch, Forelle und noch viele andere.
Sie beschlossen: Wer am schnellsten schwimmt, soll König sein.
Alle stellten sich auf. Und dann: Los!
Der Hering war am schnellsten. Er flitzte durch das Wasser, dass es nur so schäumte, und kam als Erster ans Ziel.
„Der Hering ist König! Der Hering ist König!“, riefen alle Fische. Es war eine einhellige Freude.
Nur die Scholle – die weit hinten geschwommen war und gar keine Chance gehabt hatte – rief neidisch und laut: „Der nackte Hering? Der soll unser König sein?“
Stille.
Alle anderen Fische schauten die Scholle an. Das war unhöflich. Das war gemein. Das war schlicht unnötig.
Als Strafe wurde der Mund der Scholle schief gezogen – und so blieb er. Noch heute haben alle Schollen einen schiefen Mund, mit dem sie ein bisschen aussehen, als würden sie gerade etwas Saures gegessen haben.
Und der Hering? Der wurde ein guter König. Nicht weil er schön aussah, sondern weil er der Schnellste war und es verdient hatte.
Was lernen wir? Wer anderen ihren Erfolg nicht gönnt, schadet am Ende nur sich selbst. Und Neid macht einen – bildlich gesprochen – einfach schief im Gesicht.
Das sagt Opa Kurt. Und er meint es sehr ernst.
(497 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
