Die kleine Meerjungfrau
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von der kleinen Meerjungfrau. Die lebte tief im Meer – schöner als man sich vorstellen kann, mit einer Stimme wie Musik.
Sie hatte fünf Schwestern und einen Großvater, der König des Meeres. Mit sechzehn durfte jede einmal an die Oberfläche tauchen und die Welt der Menschen ansehen.
Als ihr Tag kam, sah sie ein Schiff. Und auf dem Schiff einen Prinzen mit dunklen Augen. Sie beobachtete ihn den ganzen Abend.
Dann zog ein Sturm auf. Das Schiff zerbrach. Der Prinz fiel ins Wasser. Die kleine Meerjungfrau rettete ihn, trug ihn ans Ufer und sang ihm leise vor, bis Mädchen vom Strand kamen.
Sie tauchte zurück. Aber der Prinz ließ sie nicht los.
Sie suchte die Meereshexe – eine mit Tentakeln und schlechter Laune. „Ich kann dir Beine geben statt eines Schwanzes. Aber dafür nimmst du meine Stimme.“
Die kleine Meerjungfrau unterschrieb. Jeder Schritt würde wehtun wie Scherben. Und wenn der Prinz eine andere heiratet – Schaum auf dem Meer.
Sie fand den Prinzen. Konnte ihm nicht sagen, wer sie war. Er mochte sie sehr, aber er liebte eine andere: ein Mädchen, das er für seine Retterin hielt.
Der Prinz heiratete. Die Schwestern der kleinen Meerjungfrau hatten ihr Haar an die Hexe gegeben für ein Messer. „Töte den Prinzen, dann kannst du wieder ins Meer.“
Sie konnte es nicht.
Aber ich finde das Ende schöner, das Andersen später ergänzt hat: Die kleine Meerjungfrau wurde Teil des Windes. Unsichtbar, frei, überall. Sie kühlte die Wangen der Kinder an heißen Sommertagen.
Vielleicht war das ihr eigentliches Zuhause. Manchmal muss man etwas loslassen, um etwas anderes zu finden.
(753 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
