Die Hochzeit der Frau Füchsin
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von der Hochzeit der Frau Füchsin. Die ist eigentlich zweimal passiert – oder fast. Und dazwischen gibt es eine kleine Lektion über Treue.
Herr Fuchs war alt. Neun wunderschöne Schwänze hatte er, und das war ihm wichtig. Eines Tages – manche sagen, er wollte seine Frau auf die Probe stellen – legte er sich ganz still unter die Bank und rührte sich nicht mehr. Die Katze, die als Magd diente, klopfte an die Tür und rief der Frau Füchsin: „Freier draußen!“
Frau Füchsin ließ sich melden: „Wie viele Schwänze hat er?“
„Einen.“
„Zu wenig. Schick ihn weg.“
Dann kam einer mit zwei. Auch weggeschickt. Dann drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht. Alle weggeschickt.
Erst als einer mit neun Schwänzen kam – genau wie Herr Fuchs – da überlegte Frau Füchsin ernsthaft.
Und da sprang Herr Fuchs lebendig unter der Bank hervor, jagte alle fort und verzieh seiner Frau. Sie war ihm treu geblieben, solange es einen gab, der ihm ähnlich sah.
In einer zweiten Geschichte war Herr Fuchs wirklich gestorben. Nun kamen wirklich Freier: Wolf, Bär, Hirsch, alle möglichen Tiere. Keiner hatte die roten Hosen, die Herr Fuchs immer getragen hatte. Keiner hatte das spitze Mäulchen wie er. Alle wurden weggeschickt.
Dann kam ein junger Fuchs. Rote Hosen. Spitzes Mäulchen.
Frau Füchsin öffnete die Tür. Die Katze lud alle ein. Es wurde getanzt und gefeiert bis in die Nacht.
Manchmal wartet man auf jemanden, der einem wichtig war – und manchmal kommt er wieder, ein bisschen anders, aber im Kern derselbe. Und manchmal findet man jemand Neues, der genauso passt.
So oder so: Frau Füchsin wusste, was sie wollte. Das ist auch schon was.
(501 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
