Die goldene Gans
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von der goldenen Gans. Und von drei Brüdern, von denen der Dümmste am Ende am schlausten dasteht.
Der älteste Bruder war selbstbewusst, der mittlere auch. Der jüngste – den nannten alle nur Dummling, was sehr unfair war – war freundlich und bescheiden.
Der älteste Bruder sollte in den Wald, Holz hacken. Er hatte Kuchen und Wein dabei, teilte aber nichts mit einem kleinen grauen Männlein, das um etwas Essen bat. Im Wald hieb er daneben, schnitt sich in den Arm – heim. Der mittlere: dasselbe. Dummling teilte alles.
Das Männlein lächelte. „Hack mal den alten Baum dort drüben.“
Dummling hackte – und drin saß eine Gans mit Federn aus purem Gold.
Er nahm sie unterm Arm und ging los. Im Gasthaus wollte eine Wirtstocher eine goldene Feder haben. Sie fasste zu – und blieb kleben. Die zweite Schwester: auch fest. Die dritte: fest. Und Dummling watschelte am nächsten Morgen durch die Stadt, mit einer Gans und drei klebenden Mädchen, die hintereinander herliefen.
Es schlossen sich an: ein Pfarrer, ein Küster, zwei Bauern. Alle kleben, alle watscheln.
Im Schloss wohnte eine Prinzessin, die noch nie gelacht hatte. Als sie aus dem Fenster schaute – da lachte sie. Laut und lang.
Der König erfüllte sein Versprechen. Dummling trank noch ein riesiges Fass Wein leer und aß einen Berg Brot – unmögliche Aufgaben, geholfen vom Männlein. Am Ende heiratete er die Prinzessin.
Freundlich sein lohnt sich. Fast immer.
(698 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
