Der Zaunkönig und der Bär
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte vom Zaunkönig und dem Bär. Und die handelt davon, was passiert, wenn jemand Großes jemand Kleines beleidigt. Das geht nämlich selten gut aus.
Der Bär und der Wolf schlenderten eines Tages durch den Wald, als sie wunderschönen Gesang hörten.
„Was ist das für ein Vogel?“, fragte der Bär.
„Das ist der König der Vögel“, antwortete der Wolf ehrfürchtig. Es war der Zaunkönig – ein kleines Ding, kaum größer als eine Walnuss. Aber was er für eine Stimme hatte!
Der Bär wollte den königlichen Palast sehen. Der Zaunkönig führte ihn zu seinem Nest – ein unscheinbares Nestchen in einem Busch, die Jungen darin noch nackt und klein.
Der Bär schaute rein und rümpfte die Nase. „Das ist ja erbärmlich! Das sind keine Königskinder!“
Das hätte er besser nicht gesagt.
Die jungen Zaunkönige wurden fuchsteufelswild. Ihre Eltern noch mehr. „Das war eine Beleidigung! Das war Krieg!“ Der Zaunkönig rief alle Vögel zusammen – vom Adler bis zur Mücke. Der Bär rief alle Tiere. Der Fuchs wurde General.
Sein Schwanz war das Kommandozeichen: Schwanz hoch – angreifen. Schwanz runter – Rückzug.
Eine schlaue Hornisse setzte sich dem Fuchs heimlich unter den Schwanz. Beim ersten Stich zuckte er kurz. Beim zweiten hing der Schwanz ein bisschen. Beim dritten steckte er ihn komplett zwischen die Beine.
Die Tiere sahen das Zeichen: Rückzug! Und flohen.
Die Vögel hatten gewonnen.
Der Bär musste vor das Nest kommen und sich entschuldigen. „Ihr seid ehrenwerte Königskinder. Das war unrecht von mir.“ Erst dann gaben die Zaunkönige Ruhe.
Wer andere beleidigt – egal wie groß er selbst ist – der muss sich am Ende entschuldigen. Das ist so. Das war immer so. Und Opa Kurt sagt: Ein freundliches Wort kostet nichts. Eine Entschuldigung manchmal schon mehr.
(498 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
