Der Sperling und seine vier Kinder
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte vom Sperling und seinen vier Kindern. Die ist eigentlich eine Geschichte über einen Vater, der seinen Kindern gute Ratschläge geben will – aber erst, als es fast zu spät ist.
Ein alter Sperling hatte vier Söhne großgezogen. Als sie flügge waren, flogen alle vier los in die Welt. Der Vater hatte keine Zeit mehr gehabt, sie richtig vorzubereiten. Das nagte an ihm.
Im Herbst, als alle Sperlinge auf dem Weizenfeld zusammenkamen, traf er sie wieder. Er rief sie zu sich.
„Hört mal her“, sagte er. „Ich möchte euch noch ein paar Dinge sagen. Für das Leben da draußen.“
Der erste Sohn hatte den Sommer in Gärten verbracht, Kirschen gegessen, das schöne Leben genossen. „Ich habe gelernt: Hüte dich vor langen, dünnen Rohren mit einem Loch oben dran. Das sind Blasrohre der Kinder.“
Der zweite war am Hof gewesen, hatte Körner aus dem Stroh gepickt. „Hüte dich vor Fallen und Schlingen im Heu.“
Der dritte hatte auf Landstraßen gelebt, zwischen Pferden und Karren. „Hüte dich vor Steinen in Händen von Buben.“
Der vierte, der Jüngste – der war in eine Kirche geflogen, hatte dort den Sommer verbracht, Fliegen und Spinnen gefangen und den Predigten gelauscht.
Der Vater schaute ihn an. „Und du? Was hast du gelernt?“
Der Jüngste dachte kurz nach. „Wer sich jeden Morgen und Abend Gott anvertraut, der hat nichts zu fürchten. Ich habe auf die Predigten gehört, auch wenn ich sie nicht immer ganz verstanden habe. Aber ich hab gespürt: Da ist jemand, der aufpasst.“
Der alte Sperling war still. Dann nickte er langsam.
„Du hast das Wichtigste gelernt“, sagte er. „Nicht Klugheit allein bringt dich durch. Manchmal braucht man auch einfach Vertrauen.“
Die vier Söhne flogen davon. Und der Vater saß noch eine Weile auf dem Weizenhalm und war dankbar, dass er sie noch einmal gesehen hatte.
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Mit Unterstützung von KI erstellt.
