|

Der Hase und der Igel

Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte vom Hasen und dem Igel. Und die ist eigentlich keine Geschichte über Schnelligkeit – sondern über Hochmut. Und ein bisschen über Teamwork.

Es war ein schöner Sonntagmorgen. Der Igel spazierte über den Acker, guckte sich die Rüben an, schnupperte in die Luft. Da kam der Hase. Lang, schlank, mit langen Ohren und einer Meinung von sich.

„Na, Igel! Mit deinen krummen Beinchen spazieren gehen?“

Das fand der Igel nicht nett. Er wurde zwar nicht laut, aber er beschloss es dem Hasen zu zeigen. „Ich wette, ich bin schneller als du.“

Der Hase lachte. Lang und laut.

Sie vereinbarten ein Wettrennen auf dem langen Acker. Wer zuerst am Ende ist, gewinnt. Als Einsatz: ein Goldstück und eine Flasche Schnaps. Wie man das früher so machte.

Aber der Igel hatte einen Plan. Er rannte nicht einfach los. Er bat erst seine Frau – die sah genauso aus wie er, kurze Beine, Stacheln, alles – ans andere Ende des Ackers zu gehen und dort zu warten.

Dann: „Auf die Plätze. Fertig. Los!“

Der Hase raste los. Als er am Ende ankam, rief die Igel-Frau ganz ruhig: „Ich bin schon da!“

Der Hase staunte. Rannte zurück. Oben rief der Igel: „Ich bin schon da!“

So lief das dreiundsiebenzig Mal. Jedes Mal war ein Igel schon da. Beim vierundsiebzigsten Lauf fiel der Hase erschöpft um. Und blieb liegen.

Der Igel holte das Goldstück und die Flasche. Dann watschelte er nach Hause zu seiner Frau, und sie aßen zusammen zu Mittag.

Wer andere auslacht und sich für unschlagbar hält, verliert manchmal gegen jemanden, den er völlig unterschätzt hat. Und ein kluger Kopf ist manchmal nützlicher als schnelle Beine. Das ist das Fazit von Opa Kurt – und er hat lange Beine, aber nicht besonders schnelle.

(497 Wörter)

Mit Unterstützung von KI erstellt.

Ähnliche Beiträge