Der Froschkönig
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte vom Froschkönig. Und die fängt damit an, dass eine Prinzessin ihren Lieblingsball in einen Brunnen fallen lässt.
Die Prinzessin hieß Mia und spielte eigentlich jeden Nachmittag mit ihrer goldenen Kugel im Garten. Diesmal aber – hupp – rollte sie über den Brunnenrand und versank im dunklen Wasser.
Mia saß am Brunnen und weinte.
„Warum weinst du?“, fragte eine quakende Stimme.
Sie guckte runter. Da saß ein Frosch auf einem Stein. Grün, glubschäugig, nass.
„Mein Ball ist im Brunnen“, schniefte sie.
„Ich hol ihn dir“, sagte der Frosch. „Aber du musst mir etwas versprechen.“
„Was denn?“
„Dass du mir erlaubst, mit dir zu essen, an deinem Tisch zu sitzen, aus deinem Teller zu trinken und in deinem Bett zu schlafen.“
Mia guckte ihn an. Ein Frosch. Auf ihrem Kopfkissen. Eigentlich undenkbar. Aber sie wollte den Ball zurück. „Na gut.“
Der Frosch tauchte unter und brachte den Ball. Mia nahm ihn, sagte „Danke!“ und rannte weg.
Abends beim Abendessen klopfte es. Der Frosch stand draußen. Mias Papa, der König, hatte mitbekommen, was los war. „Ein Versprechen ist ein Versprechen.“ Mia verdrehte die Augen.
Der Frosch saß am Tisch, aß von ihrem Teller, trank aus ihrem Glas. Dann wollte er ins Bett. Mia nahm den Frosch und – schwups – warf sie ihn sanft ans Kopfkissen.
Und da passierte das Merkwürdige: Dort, wo der Frosch aufschlug, saß plötzlich ein junger Mann mit freundlichen Augen.
„Ich war verzaubert. Der Bann konnte nur durch jemanden gebrochen werden, der ein Versprechen hält – auch wenn es schwer fällt.“
Mia blinzelte. „Du hättest das auch früher sagen können.“
„Dann wäre es kein richtiger Test gewesen.“
Versprechen halten, auch wenn man keine Lust hat. Und manchmal sind die, die auf den ersten Blick komisch wirken, die interessantesten Menschen.
(652 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
