Das hässliche Entlein
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte vom hässlichen Entlein. Und das ist eigentlich gar keine Geschichte übers Aussehen – sondern darum, wo man hingehört.
Im Sommer schlüpften auf einem Bauernhof viele kleine Entenküken. Alle gelb und flauschig. Alle – bis auf eines. Das war größer, grauer, irgendwie anders. „Was ist denn das? Das ist aber hässlich!“, schnatterten die anderen.
Selbst die Mama-Ente wusste nicht so recht, was sie damit anfangen sollte.
Das Entlein versuchte, dazuzugehören. Überall wurde es ausgelacht oder weggedrängt. Sogar die Hühner auf dem Hof pickten nach ihm. Es lief weg.
Draußen fand es keinen Platz. Es lebte kurz bei einer alten Frau mit Katze und Huhn, die meinten, es solle Eier legen. Das konnte es leider nicht.
Den Winter verbrachte es allein an einem zugefrorenen See, wäre fast im Eis eingefroren, wurde von einem Bauern gerettet, erschreckte dort die Kinder, warf einen Milchtopf um, floh wieder.
Es überlebte den Winter – knapp.
Dann kam der Frühling. Das Entlein streckte die Flügel und flog. Es landete auf einem See. Dort schwammen die schönsten Vögel – weiß, elegant, mit langen Hälsen.
Das Entlein wollte eigentlich davonschwimmen. Aber da sah es sein eigenes Spiegelbild.
Es war kein Entlein mehr. Es war ein Schwan.
Die anderen Schwäne kamen auf es zu. Kein Hänseln, kein Wegdrängen. Ein Willkommen.
Manchmal dauert es eine Weile, bis man weiß, wer man wirklich ist. Und die, die einen auslachen, wissen es meistens selbst noch nicht besser.
(689 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
