Däumelinchen
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von Däumelinchen. Einem Mädchen, das so klein war wie ein Daumen. Drum der Name.
Eine Frau wünschte sich sehr ein Kind, und eine weise Frau gab ihr ein Gerstenkorn. Daraus wuchs eine Blume, und in der Blüte saß – ein winziges Mädchen. Däumelinchen. Die Frau freute sich riesig.
Aber in der Nacht kam eine hässliche Kröte und stahl Däumelinchen, damit sie ihren Sohn heirate. Der Sohn war nicht besonders hübsch und noch nicht besonders schlau. Däumelinchen weinte auf einem Seerosenblatt. Die Fische nagten den Stiel durch – sie trieb davon, ein Schmetterling zog ihr Kleid wie ein Segel.
Dann schnappte sie ein Käfer, der sie seinen Freunden vorstellte. Die fanden sie seltsam. Zu wenig Fühler. Sie wurde freigelassen.
Den Sommer lebte Däumelinchen allein auf einer Wiese. Im Winter suchte sie Unterschlupf bei einer Feldmaus – gegen ein bisschen Hausarbeit. Aber die Feldmaus wollte sie mit ihrem Nachbarn, dem reichen Maulwurf, verheiraten. Unter der Erde leben, ohne Sonne. Däumelinchen war gar nicht begeistert.
Auf einem Tunnel-Spaziergang fanden sie eine halbtote Schwalbe. Däumelinchen pflegte sie den ganzen Winter. Im Frühling flog die Schwalbe davon. Und als die Hochzeit mit dem Maulwurf näher rückte, hörte Däumelinchen ein bekanntes Zwitschern. Die Schwalbe war zurückgekommen!
„Komm mit!“, rief sie.
Däumelinchen flog auf ihrem Rücken in ein warmes Land voller Blumen. In einer Blüte saß ein kleiner Blumenelf, genauso groß wie Däumelinchen. Er sah sie an und lächelte.
Manchmal muss man weit reisen, um nach Hause zu kommen.
(724 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
