Aschenputtel
Also, Kinder, ich erzähl euch heute mal die Geschichte von einem Mädchen, das alle Aschenputtel nannten. Nicht weil es ihr wirklicher Name war – der war übrigens Lena – sondern weil ihre Stiefschwestern sie immer in der Küche rumschubbern ließen, nah bei der Asche vom Herd. Nicht sehr nett, oder?
Lenas Mama war früh gestorben, und seitdem lebte der Papa mit einer neuen Frau und deren zwei Töchtern zusammen. Die Stiefschwestern hießen Melanie und Jessica, und sie waren beide der Meinung, dass sie am allerwichtigsten waren. Den ganzen Tag beauftragten sie Lena: „Ruf uns ein Taxi!“ – „Mach uns Frühstück!“ – „Lad mein Handy auf!“
Aber Lena hatte einen guten Charakter und machte einfach weiter.
Eines Tages kam eine Einladung – per Mail natürlich: Der Prinz gab ein großes Fest im Schloss. Alle jungen Leute der Stadt waren eingeladen. Melanie und Jessica drehten sofort durch, buchten beim Friseur und bestellten Kleider online.
Lena seufzte. Sie hatte nichts zum Anziehen und nobody schien sich darum zu kümmern.
Aber dann – ting! – klingelte es an der Tür. Draußen stand eine freundliche ältere Dame mit einem Strahlen im Gesicht. „Ich bin deine Patin“, sagte sie, „und heute Abend gehst du auch auf das Fest.“
Was dann passierte, war ziemlich erstaunlich. Aus einem alten Kürbis aus dem Garten wurde ein funkelndes Auto, und Lena trug auf einmal das schönste Kleid, das sie je gesehen hatte. Und Schuhe! Wunderschöne, silberne Schuhe.
„Aber“, sagte die Patin, „um Mitternacht ist Schluss. Dann endet alles.“
Auf dem Fest schaute der Prinz sofort auf. Er tanzte den ganzen Abend mit ihr, lachte über ihre Witze, fragte nach ihrem Namen. Lena hatte so viel Spaß, dass sie die Zeit vergaß.
Bis die Uhr anfing zu schlagen. Eins. Zwei. Drei…
Lena rannte los. Raus, die Treppe runter. Ein Schuh fiel ihr vom Fuß. Keine Zeit! Das Auto wartete, aber gerade noch. Mitternacht, und weg war der Zauber.
Der Prinz blieb zurück mit dem silbernen Schuh in der Hand.
Am nächsten Tag fuhr er durch die ganze Stadt, klingelte an jeder Tür. Melanie probierte den Schuh. Passte nicht. Jessica probierte. Auch nicht. Der Prinz wollte schon gehen, als er Lena in der Küche bemerkte.
„Darf ich?“ – Lena streckte den Fuß aus. Der Schuh passte perfekt.
Melanie und Jessica mussten von da an ihr Frühstück selbst machen. Was ihnen, ehrlich gesagt, ganz gut tat.
Und Lena? Die lebte ihr eigenes Leben – glücklich, selbstbestimmt und mit sehr schönen Schuhen.
(742 Wörter)
Mit Unterstützung von KI erstellt.
